Hawthorne-Effekt

In Kürze

Der Hawthorne-Effekt beschreibt, dass Arbeitnehmer ihre Leistung steigern, wenn sie wissen, dass ihr Verhalten beobachtet wird – unabhängig von technischen oder finanziellen Veränderungen.

Definition

In der Betriebssoziologie und Betriebspsychologie bezeichnet der Hawthorne-Effekt Veränderungen im Arbeitsverhalten von Beschäftigten, die nicht durch technische, organisatorische oder finanzielle Maßnahmen ausgelöst werden. Stattdessen sind soziale und gruppendynamische Faktoren die eigentliche Ursache.

Zu diesen Faktoren gehören vor allem das Betriebsklima, die persönlichen Beziehungen innerhalb von Arbeitsgruppen sowie das Führungsverhalten von Vorgesetzten.

Der Begriff geht auf arbeitswissenschaftliche Untersuchungen zurück, die 1924 in einem amerikanischen Industriebetrieb begannen. Die Studie zeigte ein damals überraschendes Ergebnis: Arbeitnehmer arbeiteten produktiver, sobald ein Beobachter ihre Tätigkeit verfolgte – selbst unter schlechten Arbeitsbedingungen. Die bloße Tatsache, beobachtet zu werden, reichte aus, um die Leistung zu steigern.

Diese Erkenntnisse gelten als Ausgangspunkt der sogenannten Human-Relations-Bewegung. Sie betont, dass nicht nur Geld oder Technik die Arbeitsmotivation bestimmen, sondern vor allem soziale Strukturen und nicht-materielle Bedürfnisse der Beschäftigten eine zentrale Rolle spielen.