In Kürze
Kostenkategorien beschreiben, wie Kosten in der Kostenrechnung nach bestimmten Merkmalen gruppiert werden. Die Einteilung richtet sich danach, welches Ziel mit der Kostenrechnung verfolgt wird.
Definition
In der Kosten- und Leistungsrechnung werden Kosten nicht einfach gesammelt, sondern gezielt geordnet. Dazu fasst man gleichartige Kosten nach einem bestimmten Merkmal zusammen — das Ergebnis sind sogenannte Kostenkategorien.
Die Einteilung hängt vom jeweiligen Rechnungsziel ab: Je nachdem, ob ein Unternehmen z. B. Preise kalkulieren, Entscheidungen vorbereiten oder die Wirtschaftlichkeit prüfen möchte, braucht es unterschiedliche Kategorien.
Zu den wichtigsten Kostenkategorien gehören:
- Einzel- und Gemeinkosten — direkt zurechenbare vs. gemeinsam anfallende Kosten
- Fixkosten und variable Kosten — mengenunabhängige vs. mengenabhängige Kosten
- Plankosten und Istkosten — geplante vs. tatsächlich entstandene Kosten
- Sollkosten — erwartete Kosten für eine bestimmte Ausbringungsmenge
- Gesamtkosten und Stückkosten — Kosten insgesamt vs. Kosten je Einheit
- Primär- und Sekundärkosten — von außen bezogene vs. intern weiterverrechnete Kosten
- Pagatorische und kalkulatorische Kosten — zahlungswirksame vs. rechnerisch angesetzte Kosten
- Nutz- und Leerkosten — genutzte vs. ungenutzte Kapazitätskosten
- Grundkosten, Anderskosten und Zusatzkosten — Unterscheidung nach Herkunft und Bewertung
- Entscheidungsrelevante und entscheidungsirrelevante Kosten — Kosten, die eine Entscheidung beeinflussen oder nicht
In der Praxis überschneiden sich die Kategorien häufig. So sind Einzelkosten oft gleichzeitig variable Kosten und können sowohl als Ist- als auch als Plankosten auftreten. Eine möglichst klare, überschneidungsfreie Definition der Kategorien ist daher wichtig für eine korrekte Kostenzurechnung.