Nachfrage

In Kürze

Nachfrage bezeichnet die Menge eines Gutes, die Käufer auf einem Markt zu einem bestimmten Preis erwerben möchten. Sie hängt vor allem von Preis, Einkommen und individuellen Bedürfnissen ab.

Definition

Im wirtschaftlichen Sinne beschreibt die Nachfrage, wie viel von einem Gut — etwa einem Produkt, einer Dienstleistung, Arbeit oder Kapital — auf einem Markt in einem bestimmten Zeitraum gekauft wird. Damit Bedürfnisse zur echten Nachfrage werden, brauchen Käufer auch die nötige Kaufkraft.

Grundsätzlich gilt: Sinkt der Preis eines Gutes, steigt die nachgefragte Menge — und umgekehrt. Dieser Zusammenhang wird als „Gesetz der Nachfrage" bezeichnet und lässt sich in einer Nachfragekurve darstellen.

Die Nachfrage wird von mehreren Faktoren beeinflusst:

  • Preis des Gutes: Niedrigere Preise führen meist zu höherer Nachfrage.
  • Preise anderer Güter: Günstigere Ersatzprodukte (Substitutionsgüter) können die Nachfrage umlenken; teurere Ergänzungsprodukte (Komplementärgüter) dämpfen sie.
  • Einkommen und Vermögen: Höheres Einkommen steigert in der Regel die Nachfrage.
  • Individuelle Bedürfnisse: Je nützlicher ein Gut empfunden wird, desto mehr wird davon nachgefragt.
  • Zukunftserwartungen: Erwarten Verbraucher steigende Preise, kaufen sie oft früher und mehr.

Die Preiselastizität der Nachfrage misst, wie stark die nachgefragte Menge auf eine Preisänderung reagiert. Ändert sich die Nachfrage bei einer Preiserhöhung von einem Prozent um mehr als ein Prozent, spricht man von elastischer Nachfrage. Reagiert sie kaum, ist die Nachfrage unelastisch — typisch etwa bei lebensnotwendigen Gütern.

Die Einkommenselastizität der Nachfrage beschreibt, wie sich die nachgefragte Menge bei einer Einkommensänderung verändert. Bei den meisten Gütern gilt: Steigt das Einkommen, steigt auch die Nachfrage. Bei sogenannten inferioren Gütern (einfache, günstige Produkte) kann es umgekehrt sein — mit mehr Einkommen wird weniger davon gekauft.

Auf dem Arbeitsmarkt bedeutet sinkende Nachfrage der Unternehmen nach Arbeit, dass weniger Menschen beschäftigt werden — was die Arbeitslosigkeit erhöhen kann, sofern das Arbeitsangebot gleich bleibt.