Soll-Ist-Vergleich

In Kürze

Der Soll-Ist-Vergleich stellt geplante Werte den tatsächlich erreichten Werten gegenüber. So lassen sich Abweichungen erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten.

Definition

Beim Soll-Ist-Vergleich werden Sollwerte (z. B. geplante Kosten, Mengen oder Leistungen) den Istwerten (tatsächlich entstandene Kosten und erbrachte Leistungen) gegenübergestellt. Die Sollwerte stammen etwa aus Kalkulationen, Leistungsverzeichnissen oder Planungsunterlagen.

Im weiteren Sinne bezieht sich der Begriff auf das gesamte Unternehmen. Im engeren Sinne — vor allem im Bereich der Kostenstellen — werden die vorgegebenen Sollkosten mit den tatsächlich angefallenen Istkosten verglichen. Sollkosten sind dabei die Kosten, die bei wirtschaftlicher und planmäßiger Leistungserstellung entstanden wären.

Treten Abweichungen auf, folgt eine Abweichungsanalyse: Ursachen werden untersucht, Schwachstellen erkannt und Korrekturmaßnahmen festgelegt. Ziel ist keine starre Kontrolle, sondern eine kooperative, sachorientierte Steuerung des Unternehmens.

Der Soll-Ist-Vergleich liefert außerdem Daten für künftige Planungen und ermöglicht Prognosen für noch ausstehende Leistungen. Werden Leistungen erbracht, die ursprünglich nicht vereinbart waren, können diese durch den Vergleich sichtbar gemacht und als Grundlage für Nachforderungen genutzt werden.

Ein wichtiger Schritt nach dem Vergleich ist das Soll-Ist-Vergleichsgespräch zwischen dem zuständigen Kostenstellenleiter und der Unternehmensleitung oder dem Controlling. Dabei werden wesentliche Abweichungen besprochen und konkrete Maßnahmen vereinbart.

Der Soll-Ist-Vergleich hat jedoch auch Grenzen: Der Maßstab ist meist unternehmensintern und vergangenheitsbezogen. Ein Unternehmen kann sich gegenüber seinen eigenen früheren Werten verbessert haben, im Branchenvergleich aber dennoch schlechter abschneiden. Ergänzende Betriebsvergleiche — etwa anhand von Branchenkennzahlen — können diesen Nachteil ausgleichen.

Empfohlen wird, den Soll-Ist-Vergleich monatlich durchzuführen, um rechtzeitig eingreifen zu können.