Zeuge

In Kürze

Der Zeuge ist eine am Verfahren beteiligte Beweisperson. Er dient der Feststellung vergangener Tatsachen durch eigene Wahrnehmungen.

Definition

Zeuge ist ein rechtlicher Begriff. Er bezeichnet eine natürliche Person, die zu vergangenen Tatsachen aus eigener Wahrnehmung aussagt.

Der Zeuge dient der gerichtlichen Sachverhaltsaufklärung durch Mitteilung wahrgenommener Umstände ohne rechtliche Bewertung.

Tatbestandsvoraussetzung ist die Fähigkeit, Wahrnehmungen zu Tatsachen gemacht zu haben und diese mitteilen zu können.

Die Aussage beschränkt sich auf Tatsachen und Zustände und umfasst keine Meinungen oder rechtlichen Schlussfolgerungen.

Rechtsgrundlagen können insbesondere sein:

  • Zivilprozessordnung (ZPO), insbesondere §§ 373 ff. ZPO
  • Strafprozessordnung (StPO), insbesondere §§ 48 ff. StPO

Der Zeuge unterliegt grundsätzlich einer Pflicht zum Erscheinen und zur wahrheitsgemäßen Aussage vor zuständigen Stellen.

Der Begriff begründet keinen Anspruch auf Glaubhaftigkeit oder Beweiswert der Aussage.

Abzugrenzen ist der Zeuge vom Sachverständigen, da dieser fachliche Bewertungen und nicht eigene Wahrnehmungen mitteilt.

Der Zeuge ist in der Praxis ein zentrales Beweismittel in gerichtlichen Verfahren.