In Kürze
Lob und Anerkennung sind einfache, kostenlose Mittel zur Mitarbeitermotivation. Richtig eingesetzt steigern sie die Leistungsbereitschaft — falsch angewendet verlieren sie ihre Wirkung.
Definition
Unter Anerkennung und Lob versteht man die ausdrückliche Würdigung guter Leistungen von Mitarbeitenden durch ihre Vorgesetzten. Sie gelten als eine der wirkungsvollsten Formen der Motivation im Betrieb — und verursachen dabei keine Kosten.
Für viele Beschäftigte ist die Anerkennung ihrer Arbeit sogar wichtiger als eine Gehaltserhöhung. Wer dauerhaft keine Wertschätzung erfährt, entwickelt häufig eine gleichgültige Haltung gegenüber seiner Arbeit — die Leistung sinkt.
Wann sollte gelobt werden? Lob ist nur dann angebracht, wenn eine Leistung tatsächlich über das Normale hinausgeht. Wer ständig und ohne konkreten Anlass lobt, entwertet das Lob — es verliert seine motivierende Wirkung.
Typische Fehler beim Loben:
- Lob vor der gesamten Gruppe, obwohl nur eine einzelne Person gemeint ist — das kann Neid auslösen
- Lob mit versteckter Kritik verbinden („Das hätte ich Ihnen nie zugetraut!")
- Einzelne Mitarbeitende durch den Vergleich mit anderen aufwerten
- Nach Sympathie loben statt nach Leistung
- Lob an andere delegieren — Anerkennung muss die Führungskraft immer selbst aussprechen
- Loben in schlechter eigener Stimmung — das schwächt die Wirkung
Lob sollte grundsätzlich im persönlichen Einzelgespräch erfolgen. Ausnahmen gelten bei offiziellen Anlässen wie Jubiläen oder Beförderungen, wo ein öffentliches Aussprechen der Anerkennung üblich und angemessen ist.
Besonderheit bei neuen Mitarbeitenden: In der Einarbeitungszeit — besonders während der Probezeit — darf auch eine durchschnittliche Leistung anerkannt werden. Das gibt Orientierung und hilft, notwendige Kritik besser anzunehmen.
Typische Anlässe für Lob sind unter anderem: überdurchschnittliche Einzelleistungen, gleichbleibend gute Dauerleistungen, Verbesserungsvorschläge, Mehrarbeit ohne Vergütung oder die Vermeidung von Unfallgefahren.