Anlagenabnutzungsgrad

In Kürze

Der Anlagenabnutzungsgrad beschreibt den Abschreibungsstand des betrieblichen Sachanlagevermögens in Prozent. Er verdichtet vergangene Investitionen und Nutzungsdauer zu einer vergleichbaren Kennzahl.

Definition

Der Anlagenabnutzungsgrad ist ein Instrument zur Einordnung des altersbedingten Zustands betrieblicher Sachanlagen. Er bezeichnet das Verhältnis kumulierter Abschreibungen zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Der Anlagenabnutzungsgrad liegt vor, wenn Abschreibungsbeträge systematisch den ursprünglichen Anschaffungskosten gegenübergestellt sind. Die Kennzahl ist objektiv bestimmt und ergibt sich unabhängig von der aktuellen technischen Einsatzfähigkeit der Anlagegüter.

Maßgeblich sind ausschließlich bilanzierte Sachanlagen unter Berücksichtigung ihrer fortgeführten Abschreibung bis zum Stichtag.

Rechtsgrundlage ist das Handelsgesetzbuch (HGB) in seiner Rechnungslegungssystematik.

Der Anlagenabnutzungsgrad begründet keinen Anspruch auf Investitionen, Ersatzbeschaffungen oder Modernisierungsmaßnahmen.

Abzugrenzen ist der Anlagenabnutzungsgrad von der Abschreibungsquote, die Abschreibungen ins Verhältnis zum Buchwert setzt.

In der Praxis dient der Anlagenabnutzungsgrad als strukturierter Hinweis im Rahmen wirtschaftlicher Beurteilungen betrieblicher Vermögensstrukturen.