In Kürze
Die Arbeitsproduktivität zeigt, wie viel Leistung pro Arbeitnehmer oder Arbeitsstunde erbracht wird. Sie ist eine wichtige Kennzahl für Unternehmen, Tarifparteien und die gesamte Volkswirtschaft.
Definition
Die Arbeitsproduktivität ist das Verhältnis von Output (z. B. produzierte Menge oder Umsatz) zu Input (Anzahl der Beschäftigten oder geleistete Arbeitsstunden). Je mehr ein Betrieb mit gleichem Personaleinsatz produziert, desto höher ist seine Arbeitsproduktivität.
Es gibt zwei gängige Berechnungsarten: die Pro-Kopf-Produktivität (Leistung je Erwerbstätigen) und die Stundenproduktivität (Leistung je geleisteter Arbeitsstunde).
Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene ergibt sich die Arbeitsproduktivität aus dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) geteilt durch die Anzahl der Erwerbstätigen oder geleisteten Stunden. Dabei wird das reale BIP verwendet, also bereinigt um Preisveränderungen.
Für die Lohnpolitik spielt die Arbeitsproduktivität eine zentrale Rolle: Die Steigerungsrate der Stundenproduktivität zeigt, in welchem Rahmen Lohnerhöhungen möglich sind, ohne dass die Lohnstückkosten steigen. Voraussetzung ist dabei ein stabiles Preisniveau.
Wichtig zu wissen: Steigen die Löhne stärker als die Produktivität, werden Arbeitsplätze mit geringerer Produktivität unwirtschaftlich und fallen weg. Sollen neue Arbeitsplätze entstehen, müssen Lohnerhöhungen unterhalb des Produktivitätswachstums bleiben.
Vorsicht ist geboten, wenn ein Produktivitätsanstieg nicht durch bessere Prozesse oder Investitionen entsteht, sondern allein dadurch, dass weniger produktive Stellen abgebaut wurden — denn dann ist der Zuwachs nur rechnerischer Natur.