Betr. Gesundheitsförderung - Prävention

In Kürze

Betriebliche Prävention umfasst alle Maßnahmen, die Arbeitgeber ergreifen müssen, um die Gesundheit ihrer Beschäftigten am Arbeitsplatz zu schützen. Gesetzliche Grundlagen regeln dabei sowohl die Mindestbedingungen am Arbeitsplatz als auch die Pflicht zur Gefährdungsanalyse.

Definition

Die Arbeitsstättenverordnung legt fest, welche Mindestbedingungen an jedem Arbeitsplatz erfüllt sein müssen. Sie betrifft unter anderem:

  • Nichtraucherschutz
  • Pausen- und Sanitärräume
  • Fluchtwege und Brandschutz
  • Beleuchtung und Lüftung
  • Lärmschutz und Schutzausrüstung

Das Präventionsgesetz hat die betriebliche Gesundheitsförderung weiter gestärkt. Krankenkassen sind seitdem verpflichtet, deutlich mehr Mittel für Präventionsmaßnahmen bereitzustellen — sowohl innerhalb als auch außerhalb von Betrieben.

Eine zentrale Pflicht für Arbeitgeber ist die Gefährdungsanalyse: Für jeden Arbeitsplatz muss schriftlich festgehalten werden, welche körperlichen und psychischen Gefahren dort bestehen könnten. Die Ergebnisse fließen direkt in die Präventionsmaßnahmen ein. Besonders die psychische Gefährdungsanalyse gewinnt an Bedeutung, da Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen stetig zunehmen — auch bedingt durch Digitalisierung und ständige Erreichbarkeit.

Bei der Entsendung ins Ausland muss die Gefährdungsanalyse zusätzlich ortstypische Risiken wie Kriminalität, politische Unruhen oder Naturkatastrophen berücksichtigen. Im Mutterschutzrecht gelten besondere Anforderungen an die Gefährdungsanalyse zum Schutz von Mutter und Kind.

Die Berufsgenossenschaften unterstützen Arbeitgeber mit Unfallverhütungsvorschriften, Schulungsunterlagen und Checklisten. Koordiniert wird die nationale Präventionsstrategie durch die Nationale Präventionskonferenz, die gemeinsame Ziele, Zielgruppen und Handlungsfelder für alle Akteure — darunter Kranken- und Unfallkassen — festlegt.

Ein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement ist heute auch ein Wettbewerbsfaktor bei der Gewinnung von Fachkräften, da gerade jüngere Beschäftigte neben dem Gehalt zunehmend auf Gesundheit und Work-Life-Balance achten.