In Kürze
Beurteilungsfehler entstehen bei der Mitarbeiterbeurteilung durch subjektive Wahrnehmungen und können dazu führen, dass Fähigkeiten und Leistungen eines Arbeitnehmers nicht fair oder realistisch eingeschätzt werden.
Definition
Ziel einer Mitarbeiterbeurteilung ist es, arbeitsbezogene Fähigkeiten systematisch und möglichst objektiv zu erfassen. In der Praxis spielen jedoch persönliche Wahrnehmungen und Einstellungen der beurteilenden Person eine Rolle — daraus entstehen sogenannte Beurteilungsfehler.
Beurteilungsfehler können Arbeitnehmer demotivieren und das Vertrauen in die Fairness des Beurteilungssystems beschädigen. Typische Fehlerarten sind:
- Voreilige Schlussfolgerungen: Aus einer einzelnen Beobachtung wird ein allgemeines Urteil gezogen.
- Vorurteile: Pauschale Annahmen über bestimmte Gruppen beeinflussen die Einschätzung.
- Verallgemeinerung: Einzelne Leistungsschwächen oder -spitzen werden auf die gesamte Leistung übertragen.
- Unterschiedliche Grundhaltungen: Pessimistische Beurteiler werten tendenziell ab, optimistische übersehen Schwächen.
- Hof-Effekt: Von einer Eigenschaft wird auf andere geschlossen — zum Beispiel gilt ein unpünktlicher Mitarbeiter automatisch als weniger kompetent.
- Sympathie und Antipathie: Persönliche Zu- oder Abneigung fließt unbewusst in die Bewertung ein.
- Beurteilung als Mittel zum Zweck: Die Beurteilung wird gezielt eingesetzt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, etwa eine Gehaltserhöhung durchzusetzen.
Um Beurteilungsfehler zu reduzieren, ist es wichtig, sich diese Einflüsse bewusst zu machen und bei der Beurteilung gezielt gegenzusteuern.