In Kürze
Die Bruttogewinnanalyse zeigt, wie viel Gewinn ein Produkt nach Abzug seiner variablen Kosten einbringt. Sie hilft Unternehmen dabei, ihr Produktprogramm gezielt zu steuern und bei Engpässen die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Definition
Der Bruttogewinn ist die Differenz zwischen den Erlösen (Einnahmen) und den variablen Kosten eines Produkts. Er entspricht dem sogenannten Deckungsbeitrag — also dem Betrag, der nach den direkt anfallenden Kosten übrig bleibt. Im Handelsrecht wird er in § 276 HGB als „Rohergebnis" bezeichnet.
Die Bruttogewinnanalyse ist ein Werkzeug der betrieblichen Erfolgsanalyse. Ähnlich wie die Break-even-Analyse hilft sie dabei, den wirtschaftlichen Erfolg einzelner Produkte zu beurteilen und die Verkaufsstrategie zu steuern.
Typische Einsatzbereiche der Bruttogewinnanalyse sind:
- Produktbezogene Analyse: Wie hoch ist der Deckungsbeitrag je Produkteinheit?
- Kurzfristige Erfolgsrechnung: Auswertung auf Basis der Grenzkostenrechnung
- Einzelkostenrechnung: Detaillierte Auswertung der direkt zurechenbaren Kosten
- Engpassanalyse: Entscheidungshilfe, wenn Kapazitäten begrenzt sind
Besonders nützlich ist die Bruttogewinnanalyse, wenn ein Unternehmen nicht alle Produkte in gewünschter Menge herstellen kann. In diesem Fall hilft sie dabei, jene Produkte vorrangig zu fertigen, die den größten Bruttogewinn erzielen.