In Kürze
Dezentralisierung bedeutet, dass gleichartige Aufgaben oder Entscheidungsbefugnisse auf mehrere Stellen oder Mitarbeiter im Unternehmen verteilt werden — statt sie an einer zentralen Stelle zu bündeln.
Definition
Der Begriff stammt aus der Unternehmensorganisation. Bei der Dezentralisierung werden Aufgaben auf verschiedene Stellen aufgeteilt, die sich in mindestens einem Merkmal ähneln — zum Beispiel nach der Art der Tätigkeit (Verrichtungsaspekt), nach dem betroffenen Objekt oder nach dem räumlichen Bezug.
In der Praxis führt eine Dezentralisierung nach einem Merkmal häufig gleichzeitig zu einer Zentralisierung nach einem anderen Merkmal. Außerdem kann sie eine tiefe Spezialisierung einzelner Mitarbeiter einschränken, da die Aufgaben breiter verteilt sind.
Ein wichtiges Einsatzfeld ist die Delegation von Entscheidungsbefugnissen: Möglichst viele Entscheidungen werden auf eine Vielzahl von Mitarbeitern übertragen, anstatt sie bei wenigen Führungskräften zu konzentrieren.
Für Arbeitnehmer hat Dezentralisierung konkrete Auswirkungen:
- Mehr Qualifikationsbedarf: Es werden mehr Mitarbeiter benötigt, die für ihre jeweilige Aufgabe qualifiziert sind.
- Höhere Aufgabenidentifikation: Mitarbeiter identifizieren sich stärker mit ihrer Arbeit, weil sie mehr Verantwortung und Eigenständigkeit erhalten.