Emotionale Intelligenz

In Kürze

Emotionale Intelligenz beschreibt die Fähigkeit, Gefühle – die eigenen und die anderer Menschen – wahrzunehmen, zu verstehen und sinnvoll einzusetzen. Im Berufsleben gilt sie neben Fachwissen als wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Zusammenarbeit und Führung.

Definition

Mit emotionaler Intelligenz werden Persönlichkeitseigenschaften und Fähigkeiten bezeichnet, die beeinflussen, wie jemand mit den eigenen Gefühlen umgeht und wie er auf die Gefühle anderer reagiert. Sie wirkt sich sowohl auf das Selbstmanagement als auch auf die Zusammenarbeit mit anderen aus.

Der Begriff wurde 1990 von den Forschern Salovey und Mayer geprägt. Sie unterscheiden vier Grundkomponenten:

  • Wahrnehmung von Emotionen: Gefühle anderer erkennen – etwa an Mimik, Gestik oder Stimme.
  • Verwendung von Emotionen: Gefühle gezielt nutzen, um Probleme zu lösen und Entscheidungen zu unterstützen.
  • Verstehen von Emotionen: Die Ursachen und Folgen von Gefühlen einschätzen können.
  • Umgang mit Emotionen: Gefühle steuern und bei Bedarf korrigieren.

Im Arbeitsalltag zeigt sich emotionale Intelligenz in mehreren Einzelfähigkeiten:

  • Selbstbewusstheit: Die eigenen Stärken und Schwächen realistisch einschätzen.
  • Selbststeuerung: Emotionen positiv beeinflussen und nicht von ihnen beherrscht werden.
  • Selbstmotivation: Sich unabhängig von äußeren Einflüssen für eine Aufgabe begeistern können.
  • Empathie: Sich in andere hineinversetzen und deren Sichtweise respektieren.
  • Soziale Kompetenz: Tragfähige Beziehungen aufbauen und Teams erfolgreich führen.
  • Kommunikationsfähigkeit: Gut zuhören und Informationen klar vermitteln.

Emotionale Intelligenz ist keine feste Eigenschaft – sie lässt sich durch gezieltes Training der Einzelfähigkeiten verbessern. Besonders bei Führungskräften gilt sie heute als wichtiger Faktor neben der fachlichen Qualifikation, da erfolgreiches Führen das Erkennen und Fördern der Talente anderer voraussetzt.

Im Personalwesen wird emotionale Intelligenz auch im Zusammenhang mit Mitarbeitermotivation und Zielvereinbarungen eingesetzt. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten: Das gezielte Ansprechen von Gefühlen kann im negativen Fall auch zur Manipulation von Mitarbeitern führen.