Führungskonzept

In Kürze

Ein Führungskonzept beschreibt, wie eine Führungskraft ihr Verhalten an mehreren Faktoren gleichzeitig ausrichtet. Es geht damit über einen einfachen Führungsstil hinaus und betrachtet die Situation, die Aufgabe und die Mitarbeitenden gemeinsam.

Definition

Während ein Führungsstil meist nur eine einzige Verhaltensweise beschreibt, sind Führungskonzepte mehrdimensional: Sie beziehen mehrere Faktoren gleichzeitig ein, zum Beispiel die Orientierung an Aufgaben, an Mitarbeitenden und an der jeweiligen Situation.

Ein bekanntes zweidimensionales Modell ist das Verhaltensgitter nach Blake und Mouton. Es kombiniert zwei Achsen: Aufgabenorientierung (Fokus auf Leistung und Ergebnisse) und Mitarbeiterorientierung (Fokus auf Beziehungen und Wohlbefinden). Aus diesen beiden Dimensionen entstehen verschiedene Führungsstile – von gleichgültig und passiv bis hin zu partizipativ mit hoher Leistung und gutem Arbeitsklima. Das Modell wird jedoch dafür kritisiert, dass es einen allgemein gültigen „besten" Führungsstil annimmt und die Wirkung auf Mitarbeitende vereinfacht darstellt.

Ein dreidimensionales Modell ist die situative Führung nach Hersey und Blanchard. Hier kommt als dritte Dimension die Effektivität hinzu. Entscheidend ist der sogenannte Reifegrad des Mitarbeitenden – also seine Kombination aus Kompetenz und Motivation. Je nach Reifegrad empfiehlt das Modell unterschiedliche Führungsansätze:

  • Geringer Reifegrad (M1): klare Anweisungen geben, unterweisen
  • Geringer bis mittlerer Reifegrad (M2): erklären und überzeugen
  • Mittlerer bis hoher Reifegrad (M3): einbeziehen und gemeinsam entscheiden
  • Hoher Reifegrad (M4): Aufgaben selbstständig übertragen, delegieren

Dieses Modell verabschiedet sich von der Idee eines einzig richtigen Führungsstils. Welche Kombination aus Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung sinnvoll ist, hängt immer von der konkreten Situation ab. Auch dieses Modell kann naturgemäß nicht alle Einflussfaktoren vollständig abbilden.