Genfer Schema

In Kürze

Das Genfer Schema ist ein international anerkanntes Ordnungssystem zur Bewertung von Arbeitsanforderungen. Es unterscheidet zwischen Können und Belastung — jeweils in geistiger und körperlicher Hinsicht.

Definition

Das Genfer Schema wurde 1950 auf einer internationalen Konferenz für Arbeitsbewertung in Genf vorgestellt. Europäische Arbeitswissenschaftler entwickelten es als systematischen Rahmen, um Anforderungen an einem Arbeitsplatz einheitlich beschreiben und vergleichen zu können.

Das Schema gliedert Arbeitsanforderungen in zwei Hauptkategorien: Können und Belastung. Beide werden jeweils auf geistige und körperliche Aspekte angewendet.

Geistiges Können umfasst Berufsausbildung, fachliche Erfahrung und Denkvermögen. Körperliches Können bezieht sich auf Geschicklichkeit, Handfertigkeit und Muskelkraft.

Hinzu kommt die Kategorie Verantwortung. Sie wird unterschieden in die Verantwortung für die eigene Arbeit — bewertet nach Eigenverantwortung, Selbstständigkeit und Arbeitsqualität — sowie die Verantwortung für die Arbeit anderer, also Personalführung mit Kriterien wie Personaleinsatz, Dienstaufsicht und Erfolgskontrolle.

Mit zunehmender Technisierung hat die körperliche Belastung in vielen Berufen abgenommen, während die geistige Beanspruchung gestiegen ist. Das Genfer Schema bietet einen flexiblen Rahmen, der diese Verschiebungen abbilden kann.

Ein weit verbreitetes Bewertungssystem, das sich am Genfer Schema orientiert, unterscheidet folgende Hauptanforderungsarten:

  • Kenntnisse
  • Geschicklichkeit
  • Verantwortung
  • Geistige Belastung
  • Muskelmäßige Belastung
  • Umgebungseinflüsse