Historie und Eigenschaftstheorie

In Kürze

Die Eigenschaftstheorie ist ein älteres Konzept aus der Führungsforschung. Sie geht davon aus, dass Führungserfolg vor allem von den persönlichen Eigenschaften einer Führungskraft abhängt.

Definition

Nach der Eigenschaftstheorie entscheiden bestimmte Persönlichkeitsmerkmale darüber, ob jemand eine gute Führungskraft ist. Dazu zählen zum Beispiel Durchsetzungsvermögen, Belastbarkeit, Intelligenz, Entscheidungsfähigkeit, Kreativität und Überzeugungskraft.

Die Idee dahinter: Eine starke Führungspersönlichkeit prägt Menschen und Situationen durch ihre Eigenschaften. Dieses Bild vom „geborenen Anführer" ist leicht verständlich und entspricht verbreiteten Denkgewohnheiten.

Allerdings hat die Eigenschaftstheorie deutliche Schwächen:

  • Einseitiger Blick: Faktoren außerhalb der Führungsperson – etwa die Mitarbeitenden selbst oder die jeweilige Situation – werden kaum berücksichtigt.
  • Fehlende Stabilität: Eigenschaften verändern sich durch Erfahrungen und äußere Umstände.
  • Unklare Inhalte: Viele Eigenschaften lassen sich nicht eindeutig beschreiben oder messen.
  • Empirische Schwäche: Wissenschaftliche Untersuchungen konnten die Annahmen der Theorie nicht bestätigen.
  • Wechselnde Rollen: Jeder Mensch ist gleichzeitig Führungskraft und Geführter – eine feste Trennung ist unrealistisch.

Heute gilt die Eigenschaftstheorie daher bestenfalls als Teilerklärung für Führungserfolg. Moderne Ansätze beziehen zusätzlich das Verhalten der Führungskraft, die Gruppe und die Situation mit ein.