In Kürze
Die HR Scorecard (Human Resource Scorecard, HRSC) ist ein Kennzahlensystem, mit dem Unternehmen die Qualität ihrer Personalarbeit messen und steuern. Sie zeigt aus vier verschiedenen Blickwinkeln, ob der Personalbereich seine Aufgaben gut erfüllt.
Definition
Die HR Scorecard ist eine Weiterentwicklung der sogenannten Balanced Scorecard (BSC) — einem Steuerungsinstrument, das nicht nur Finanzzahlen, sondern auch andere wichtige Größen wie Kundenzufriedenheit oder Mitarbeiterpotenziale berücksichtigt. Übertragen auf den Personalbereich entsteht daraus die HR Scorecard.
Das Besondere: Die HRSC ist immer an die Strategie des Unternehmens gekoppelt. Es werden nur die Kennzahlen ausgewählt, die für die Umsetzung dieser Strategie wirklich wichtig sind. So kann sich die HR Scorecard von Jahr zu Jahr verändern.
In jeder der vier Perspektiven werden in der Regel bis zu vier oder fünf Kennzahlen festgelegt, für die ein Zielwert gilt. Anhand dieser Werte lässt sich überprüfen, ob die Personalarbeit auf dem richtigen Weg ist.
Die vier Perspektiven der HR Scorecard
- Finanzperspektive: Hier werden Kosten der Personalarbeit gemessen — zum Beispiel Gesamtkosten des Personalmanagements oder Kosten je Mitarbeiter. Moderne Ansätze beziehen auch den Nutzen von Maßnahmen wie Weiterbildung mit ein.
- Kundenperspektive: Die „Kunden" des Personalbereichs sind Unternehmensleitung, Führungskräfte und alle Beschäftigten. Gemessen wird deren Zufriedenheit, aber auch Servicequalität wie Reaktionszeiten oder Erfolgsquoten bei der Personalauswahl.
- Prozessperspektive: Diese Perspektive blickt auf interne Abläufe im Personalbereich — etwa durchschnittliche Prozessdauern, Fehlerquoten oder die Häufigkeit von Konflikten.
- Potenzialperspektive: Hier geht es um die Zukunftsfähigkeit des Personalbereichs selbst: Sind die Mitarbeitenden gut qualifiziert? Ist die technische Ausstattung auf dem neuesten Stand? Wie viel wird in Weiterbildung investiert?
Die Entwicklung einer HR Scorecard ist kein starres Verfahren. Ein großer Teil des Nutzens entsteht bereits durch die interne Diskussion darüber, welche Kennzahlen sinnvoll sind und welche Zielwerte angemessen erscheinen.