In Kürze
Human Capital (Humankapital) bezeichnet das Wissen, die Fähigkeiten und die Motivation der Beschäftigten als wirtschaftlich bedeutsamen Wert eines Unternehmens. Der Begriff macht deutlich, dass Mitarbeiter nicht nur Kostenfaktoren sind, sondern entscheidend zum Unternehmenserfolg beitragen.
Definition
Human Capital ist ein Begriff aus der Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Er beschreibt die Gesamtheit aller Kenntnisse, Fertigkeiten, Erfahrungen und der Leistungsbereitschaft der Beschäftigten in einem Unternehmen. Ähnliche Begriffe sind Humanressourcen oder Humanpotenzial, ohne dass diese inhaltlich vollständig deckungsgleich sind.
Das betriebliche Humankapital gilt als Teil des immateriellen Vermögens eines Unternehmens und wird in drei Bereiche unterteilt:
- Individuelles Humankapital: Fähigkeiten, Ausbildung, Erfahrung, Motivation und Innovationsfähigkeit der einzelnen Mitarbeitenden.
- Dynamisches Humankapital: Alle Prozesse rund um Personalgewinnung, -entwicklung, -einsatz und -freisetzung.
- Strukturelles Humankapital: Aufbau und Organisation des Personalwesens sowie die Zusammensetzung der Belegschaft nach Qualifikation, Alter und Geschlecht.
Die Steuerung und Messung des betrieblichen Humankapitals ist Aufgabe des Human Capital Managements (HCM), das als Erweiterung des klassischen Personalmanagements verstanden wird. Ziel ist es, das vorhandene Wissen im Unternehmen aktiv zu fördern und langfristig zu sichern.
Der Begriff ist nicht unumstritten: Die Gesellschaft für deutsche Sprache wählte „Humankapital" im Jahr 2004 zum Unwort des Jahres. Kritiker sehen darin eine Reduktion von Menschen auf rein wirtschaftliche Größen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht hingegen soll ein konsequentes Human Capital Management eher den Interessen der Beschäftigten dienen — vorausgesetzt, Personalentwicklung wird nicht allein auf kurzfristige Kosteneinsparung ausgerichtet.