In Kürze
„Humanisierung der Arbeit" bezeichnet alle Maßnahmen, die Arbeitsbedingungen und Arbeitsinhalte zum Wohl der Beschäftigten verbessern. Ziel ist es, Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung und Selbstverwirklichung am Arbeitsplatz zu fördern.
Definition
Unter dem Begriff Humanisierung der Arbeit werden sämtliche Maßnahmen zusammengefasst, die darauf abzielen, die Situation von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Betrieb zu verbessern. Dabei geht es sowohl um körperliche als auch um organisatorische und soziale Aspekte der Arbeit.
Typische Maßnahmen sind:
- Gesundheitsschutz: z. B. Lärmschutz, bessere Beleuchtung und angemessene klimatische Bedingungen
- Arbeitsorganisation: z. B. ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, mehr Gruppenarbeit statt Fließbandarbeit, flexible Arbeitszeiten
- Betriebsklima: z. B. bessere Kommunikation, mehr Eigenverantwortung und gerechte Vergütung
- Mitbestimmung: Arbeitnehmer werden als gleichberechtigte Partner im Betrieb angesehen
Der Gedanke der Humanisierung entstand als Reaktion auf stark zergliederte, eintönige Arbeitsformen, die sich im 20. Jahrhundert in vielen Industrien verbreitet hatten. Automatisierung allein löste die damit verbundenen Belastungen nicht – deshalb wurden in vielen Ländern gezielte Programme und Initiativen ins Leben gerufen.
Auch in Deutschland messen Gewerkschaften, Staat und Wissenschaft der Humanisierung der Arbeitswelt wachsende Bedeutung bei. Gesetzlich ist sie verankert in:
- § 2 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) – „Maßnahmen der menschengerechten Gestaltung der Arbeit" gelten ausdrücklich als Teil des Arbeitsschutzes