In Kürze
Informelles Lernen ist jedes Lernen, das im Alltag stattfindet – am Arbeitsplatz, in der Familie oder in der Freizeit – ohne feste Struktur und ohne Abschluss oder Zertifikat.
Definition
Schätzungen zufolge finden rund 70 Prozent aller Lernprozesse von Erwachsenen außerhalb von Bildungseinrichtungen statt. Dieses Lernen wird als informelles Lernen bezeichnet.
Informelles Lernen ist nicht strukturiert – es gibt keine festgelegten Lernziele, keine vorgeschriebene Lernzeit und keine Förderung durch eine Institution. Es führt in der Regel auch zu keiner Prüfung oder Zertifizierung. Es kann zwar zielgerichtet sein, ist aber meistens nicht bewusst zweckbestimmt.
Typische Beispiele für informelles Lernen sind:
- Lernen durch Beobachten und Ausprobieren am Arbeitsplatz
- Lernen im Rahmen eines Hobbys oder Ehrenamts
- Besuch von Fachmessen oder Kongressen
- Teilnahme an kurzen Veranstaltungen wie Vorträgen oder Halbtagesseminaren
- Selbstgesteuertes Lernen mit digitalen Programmen oder im Internet
Informelles Lernen wird in der europäischen Bildungsdiskussion von zwei anderen Lernformen abgegrenzt:
- Formales Lernen findet in anerkannten Bildungseinrichtungen statt, ist strukturiert und endet mit einem Abschluss oder Zertifikat.
- Nicht-formales Lernen findet ebenfalls außerhalb von Bildungseinrichtungen statt, ist aber systematisch auf ein persönliches Ziel ausgerichtet – ohne zwingend mit einem Abschluss zu enden.
Besonders bei Jugendlichen spielt informelles Lernen eine große Rolle – etwa beim selbstständigen Erlernen des Umgangs mit digitalen Geräten, angetrieben durch eigene Motivation und direkte Rückmeldungen der Geräte.