In Kürze
Kapovaz steht für kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit — ein Modell, bei dem Arbeitnehmer je nach Bedarf des Unternehmens kurzfristig zur Arbeit abgerufen werden. Es ist auch als Arbeit auf Abruf bekannt.
Definition
Bei der Kapovaz steht die Gesamtarbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum (z. B. ein Jahr oder ein Monat) fest. Wann und wie lange der Arbeitnehmer tatsächlich arbeitet, richtet sich jedoch nach dem aktuellen Arbeitsanfall im Unternehmen. Der Arbeitnehmer muss vertraglich bereit sein, auf Abruf zu arbeiten — Wartezeiten werden dabei nicht vergütet.
Kapovaz gilt als eine besondere Form der Teilzeitarbeit, bietet dem Arbeitgeber aber deutlich mehr Flexibilität als klassische Teilzeit. Verteilt sich die Arbeitszeit über ein Jahr, spricht man auch von Jahresteilzeitarbeit. Eingesetzt wird dieses Modell häufig im Einzelhandel oder in Branchen mit saisonalen Schwankungen.
Für Arbeitnehmer bedeutet Kapovaz ein kalkulierbares Einkommen, aber auch eine ständige Arbeitsbereitschaft und weniger Planungssicherheit im Alltag. Kurzfristige Abrufe werden oft mit Zuschlägen vergütet.
Das Gesetz schützt Arbeitnehmer durch folgende Mindestregeln:
- § 12 Abs. 2 TzBfG – Die Lage der Arbeitszeit muss mindestens vier Tage im Voraus mitgeteilt werden.
- § 12 TzBfG – Je Arbeitstag sind mindestens drei aufeinanderfolgende Stunden zu beschäftigen, je Woche mindestens zehn Stunden.
Eine Sonderform ist die befristete Kapovaz: Hier gilt das Abrufprinzip nur für bestimmte Zeiträume — etwa in saisonstarken Monaten — während der Rest des Jahres feste Arbeitszeiten gelten.