In Kürze
Die Kostenstellenrechnung verteilt die Gemeinkosten eines Unternehmens möglichst genau auf einzelne Bereiche (Kostenstellen). So lässt sich besser nachvollziehen, wo welche Kosten entstehen.
Definition
In jedem Unternehmen fallen Kosten an, die sich zwei Gruppen zuordnen lassen: Einzelkosten können einem bestimmten Produkt direkt zugerechnet werden. Gemeinkosten dagegen betreffen mehrere Bereiche gleichzeitig und lassen sich nicht so einfach zuordnen — zum Beispiel Kosten für Verwaltung oder Fuhrpark.
Ohne Kostenstellenrechnung müssten alle Gemeinkosten mit einem einzigen pauschalen Aufschlag auf die Produkte verteilt werden. Das ist ungenau, weil es unterstellt, dass alle Produkte die Gemeinkosten gleichmäßig verursachen — was in der Praxis selten stimmt.
Die Kostenstellenrechnung löst dieses Problem: Sie teilt das Unternehmen in Kostenstellen auf — also in abgegrenzte Bereiche mit je einem Verantwortlichen. Für jede Kostenstelle werden Sollkosten festgelegt und am Ende einer Periode mit den tatsächlichen Istkosten verglichen. Abweichungen werden analysiert und können so gezielt behoben werden.
Kostenstellen werden nach zwei Gesichtspunkten eingeteilt:
- Nach dem Fertigungsprozess: Hauptkostenstellen (direkt am Produkt beteiligt), Nebenkostenstellen (Nebenleistungen in verbundenen Prozessen) und Hilfskostenstellen (mittelbar beteiligt, z. B. Verwaltung, Fuhrpark)
- Nach der Verrechnungstechnik: Endkostenstellen (rechnen Kosten direkt auf Produkte ab) und Vorkostenstellen (vorgelagerte Stellen, deren Kosten zunächst auf andere Kostenstellen umgelegt werden)