In Kürze
Ein Lager ist ein Raum, ein Gebäude oder eine Fläche, auf der ein Unternehmen Waren und Güter aufbewahrt. Die Lagerhaltung erfüllt dabei mehrere wichtige Aufgaben im Betriebsablauf.
Definition
Der Begriff Lager wird in zwei Bedeutungen verwendet: Zum einen bezeichnet er die Gesamtheit aller Flächen und Räume, in denen ein Unternehmen Güter aufbewahrt — gegebenenfalls einschließlich des zugehörigen Personals. Zum anderen meint er die Gesamtheit der tatsächlich gelagerten Güter selbst.
Lager lassen sich nach verschiedenen Kriterien einteilen, zum Beispiel nach der Produktionsstufe (Eingangslager, Zwischenlager, Fertigwarenlager), nach dem Standort (Zentrallager, Werkslager), nach den gelagerten Gütern (Rohstoffe, Werkzeuge, Packmittel) oder nach der Bauart (Hochregallager, Kühlhaus, Silo).
Funktionen der Lagerhaltung sind unter anderem:
- Ausgleichsfunktion: Das Lager wirkt als Puffer zwischen Einkauf, Produktion und Verkauf.
- Bereitstellungsfunktion: Es sichert ein kontinuierliches Produktsortiment.
- Sicherungsfunktion: Lieferengpässe oder saisonale Schwankungen werden abgefedert.
- Veredelungsfunktion: Bei manchen Gütern (z. B. Käse, Wein, Holz) ist die Lagerzeit Teil des Produktionsprozesses.
- Spekulationsfunktion: Größere Mengen werden eingekauft, um Preisschwankungen auszunutzen oder Rabatte zu erzielen.
- Größendegressionsfunktion: Durch größere Einlagerungsmengen sinken die Bestellkosten je Einheit.
- Umweltschutzfunktion: Dazu gehören etwa die Rücknahme von Mehrwegverpackungen oder die sichere Lagerung von Gefahrstoffen.
Bei den Lagerstrategien sind vor allem zwei Prinzipien verbreitet: Beim Fifo-Prinzip (First In – First Out) werden zuerst eingelagerte Waren auch zuerst wieder entnommen — so verhindert man, dass Produkte veralten oder verderben. Beim Lifo-Prinzip (Last In – First Out) werden die zuletzt eingelagerten Waren zuerst ausgelagert, was sich eignet, wenn Produkte keinem Alterungsprozess unterliegen.
Außerdem unterscheidet man zwischen fester Lagerplatzzuordnung (jeder Artikel hat einen festen Platz) und freier Lagerplatzzuordnung (Artikel werden an jeweils freien Plätzen gelagert, was eine bessere Auslastung ermöglicht, aber eine genaue EDV-gestützte Dokumentation erfordert). Auf Unternehmensebene kann das Lager zudem zentral (einheitliche Leitung, geringere Kosten) oder dezentral (näher am Produktionsort, höhere Flexibilität) organisiert sein.