In Kürze
Der Lagerbestand umfasst alle Waren und Stoffe, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt im Lager eines Unternehmens befinden oder dorthin unterwegs sind. Er sichert die Liefer- und Produktionsbereitschaft des Unternehmens zu jedem Zeitpunkt.
Definition
Als Lagerbestand – auch Vorratsvermögen genannt – bezeichnet man alle für Produktion oder Verkauf bestimmten Güter, die ein Unternehmen vorrätig hält. Je größer der Lagerbestand, desto mehr Kapital ist darin gebunden.
Was zum Lagerbestand gehört, hängt vom Unternehmenstyp ab:
- Produktionsbetriebe: Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie fertige und unfertige Erzeugnisse
- Dienstleistungsbetriebe: Betriebsstoffe
- Handelsbetriebe: Fertigerzeugnisse und Waren
Im betrieblichen Alltag unterscheidet man vier wichtige Bestandsarten:
- Mindestbestand (Sicherheitsbestand): Die untere Grenze, die nicht unterschritten werden darf, damit die Produktion auch in Notfällen weiterläuft. Er puffert Lieferverzögerungen und schwankende Nachfrage ab.
- Meldebestand: Wird dieser Wert durch Entnahmen erreicht, wird automatisch eine neue Bestellung ausgelöst. Er errechnet sich aus: Tagesbedarf × Beschaffungszeit + Mindestbestand.
- Höchstbestand: Die obere Grenze, um übermäßige Lagerkosten und Kapitalbindung zu vermeiden. Er ergibt sich aus: Mindestbestand + optimale Bestellmenge.
- Fehlbestand: Entsteht, wenn die benötigte Menge den verfügbaren Bestand übersteigt (verfügbarer Bestand minus Bedarfsmenge).
Ziel der Lagerplanung ist der optimale Lagerbestand, der einen reibungslosen Produktionsablauf sichert und gleichzeitig die Lagerkosten gering hält.
Der durchschnittliche Lagerbestand wird aus dem Jahresanfangsbestand und den zwölf Monatsendbeständen berechnet (Summe geteilt durch 13). Er dient als Grundlage für wichtige Lagerkennzahlen wie Lagerdauer und Lagerumschlag. Am Ende des Geschäftsjahres wird der Warenbestand im Rahmen der Inventur körperlich erfasst und bewertet.