Lernstatt

In Kürze

Die Lernstatt ist eine Form der arbeitsplatznahen Weiterbildung, bei der sich kleine Gruppen von Arbeitnehmern regelmäßig treffen, um gemeinsam betriebliche Probleme zu besprechen und Lösungen zu erarbeiten.

Definition

Der Begriff setzt sich aus den Wörtern „Lernen" und „Werkstatt" zusammen. Die Idee entstand Anfang der 1970er Jahre in Deutschland. Im Mittelpunkt steht die aktive Rolle der Lernenden: Die Gruppe arbeitet nach dem Prinzip der Selbstmoderation — ein Mitglied übernimmt die Gesprächsleitung, idealerweise nach einer entsprechenden Vorbereitung.

Die Lernstattgruppe besteht in der Regel aus sechs bis acht Personen, die auf der gleichen betrieblichen Ebene arbeiten. Die Treffen finden während der Arbeitszeit statt, sind aber freiwillig. Themen kommen direkt aus dem Arbeitsalltag: technische Veränderungen, Arbeitsabläufe, Qualitätssicherung oder der Umgang mit neuen Arbeitsmitteln.

Ergebnisse der Lernstattarbeit haben Vorschlagscharakter für die Unternehmensleitung. Wo ein betriebliches Vorschlagswesen vorhanden ist, sollte die Lernstatt darin eingebunden sein.

Wesentliche Ziele der Lernstatt sind:

  • Selbstlernen anleiten und fördern
  • Wissensdefizite durch Erfahrungsaustausch ausgleichen
  • Fachliche, methodische und soziale Kompetenz aufbauen
  • Arbeitsplatzbezogene Probleme erkennen und Lösungsansätze entwickeln
  • Verantwortungsbewusstsein und Eigeninitiative der Arbeitnehmer stärken
  • Persönlichkeitsentwicklung unterstützen

Im Unterschied zu Qualitätszirkeln können in der Lernstatt auch persönliche Themen innerhalb der Gruppe besprochen werden. Die Lernstatt richtet sich besonders an gewerbliche und angelernte Arbeitnehmer — eine Gruppe, die früher oft nicht im Fokus betrieblicher Weiterbildung stand.