In Kürze
Lagerkennzahlen sind Messwerte, mit denen Unternehmen die Wirtschaftlichkeit ihrer Lagerhaltung überprüfen. Sie zeigen, wie viel Kapital im Lager gebunden ist und wie effizient das Lager genutzt wird.
Definition
Ein Lagerbestand gibt an, wie viel von einem Gut zu einem bestimmten Zeitpunkt im Lager liegt. Dabei unterscheidet man vier wichtige Bestandsarten:
- Mindestbestand (Sicherheitsbestand): Die Menge, die nie unterschritten werden darf, damit die Produktion auch bei Lieferverzögerungen weiterläuft.
- Meldebestand: Wird dieser Wert erreicht, löst das Lager automatisch eine neue Bestellung aus. Er ergibt sich aus Tagesbedarf × Beschaffungszeit plus Mindestbestand.
- Höchstbestand (Maximalbestand): Die Obergrenze, die aus Kosten- und Kapitalbindungsgründen nicht überschritten werden sollte.
- Optimaler Lagerbestand: Sichert einen reibungslosen Betrieb bei möglichst geringen Lagerkosten.
Aus diesen Bestandsgrößen werden verschiedene Lagerkennzahlen abgeleitet, die die Effizienz des Lagers messbar machen:
- Durchschnittlicher Lagerbestand: Zeigt, wie hoch die Vorräte im Jahresdurchschnitt sind – als Mengen- oder Wertgröße.
- Lagerumschlagshäufigkeit: Gibt an, wie oft das Lager innerhalb eines Zeitraums vollständig gefüllt und geleert wurde. Niedrige Werte deuten auf zu hohe Bestände und unnötige Kapitalbindung hin.
- Durchschnittliche Lagerdauer: Zeigt, wie lange Waren und das dafür eingesetzte Kapital im Lager gebunden sind. Je kürzer, desto besser.
- Lagerzinssatz: Gibt an, wie viel Prozent Zinsen das im Lager gebundene Kapital während der Lagerdauer kostet – denn dieses Kapital kann nicht anderweitig angelegt werden.
- Lagerreichweite: Zeigt, wie viele Tage der aktuelle Lagerbestand bei gleichbleibendem Verbrauch ausreicht.
- Lagernutzungsgrad: Stellt das Verhältnis von genutzter zu verfügbarer Lagerfläche dar und macht Engpässe oder Überkapazitäten sichtbar.
Lagerkennzahlen helfen Unternehmen dabei, Kosten zu senken, Kapitalbindung zu reduzieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Das Prinzip Just-in-time – also die Anlieferung von Waren genau dann, wenn sie gebraucht werden – zielt darauf ab, Mindestbestände und damit Lagerkosten so gering wie möglich zu halten.