Management by Delegation (MbD)

In Kürze

Management by Delegation (MbD) ist ein Führungskonzept, bei dem Mitarbeitern nicht nur Aufgaben zugeteilt, sondern ganze Verantwortungsbereiche samt Entscheidungsbefugnis übertragen werden. In Deutschland ist es auch als Harzburger Modell bekannt.

Definition

Bei Management by Delegation erhält jeder Mitarbeiter einen klar abgegrenzten Bereich, in dem er selbstständig handelt und entscheidet. Mit der Entscheidungsbefugnis geht auch die Verantwortung für die Ergebnisse auf den Mitarbeiter über — Entscheidung und Verantwortung gehören also zusammen.

Die Führungskraft gibt die Kontrolle über die Art der Ausführung ab. Sie bleibt jedoch verantwortlich für die Stellenbesetzung, die Abgrenzung der Aufgabenbereiche sowie die Information und Kontrolle der Mitarbeiter. Führungsaufgaben dürfen dabei nicht delegiert werden — nur Sachaufgaben.

Eine Rückdelegation ist ausdrücklich verboten: Mitarbeiter dürfen Entscheidungen aus ihrem Zuständigkeitsbereich nicht zurück an den Vorgesetzten geben. Umgekehrt darf die Führungskraft delegierte Aufgaben grundsätzlich nicht selbst übernehmen.

Voraussetzung für das Funktionieren dieses Modells sind klare Stellenbeschreibungen, schriftlich festgehaltene Kompetenzen und Dienstwege sowie ein offener Informationsfluss zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern.

Vorteile des Konzepts sind die Entlastung des Top-Managements, eine höhere Motivation der Mitarbeiter und sachlichere Beurteilungskriterien. Als Nachteile gelten bürokratische Strukturen, geringe Flexibilität und mögliche Unzufriedenheit bei qualifizierten Mitarbeitern, wenn Kontroll- und Entscheidungsrechte nicht vollständig abgegeben werden.