Prämienlohn

In Kürze

Der Prämienlohn setzt sich aus einem festen Grundlohn und einer variablen Prämie zusammen. Die Prämie hängt von der individuellen Leistung des Arbeitnehmers ab und kann durch persönlichen Einsatz beeinflusst werden.

Definition

Der Prämienlohn ist eine Lohnform mit zwei Bestandteilen: einem Grundlohn für eine vereinbarte Normalleistung und einer Prämie für überdurchschnittliche oder nach bestimmten Kriterien bewertete Leistung. Der Grundlohn kann durch Einzelvertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag geregelt sein.

Anders als beim Akkordlohn steht beim Prämienlohn nicht die reine Mengeleistung im Vordergrund. Stattdessen zählen andere Leistungsmerkmale, zum Beispiel:

  • Arbeitsgüte
  • Sparsamkeit
  • Termineinhaltung
  • Produktivität
  • Kosten

Damit eine Prämie fair und wirksam ist, muss sie für den Arbeitnehmer nachvollziehbar und durch eigene Leistung beeinflussbar sein. Außerdem muss sie betriebswirtschaftlich sinnvoll und mit vertretbarem Aufwand berechenbar sein.

Ein weiterer Unterschied zum Akkordlohn: Die Mehrleistung kommt beim Prämienlohn nicht allein dem Arbeitnehmer zugute. Sie wird in einem bestimmten Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Unternehmen aufgeteilt.

Möchte ein Unternehmen Prämienlohn einführen oder gestalten und gibt es keinen Tarifvertrag, der dies regelt, muss der Betriebsrat zustimmen (§ 87 Abs. 1 Nr. 11 BetrVG). Gibt es keinen Betriebsrat, sind individuelle Vereinbarungen mit dem Arbeitnehmer notwendig.