Rationalisierung

In Kürze

Rationalisierung bedeutet, dass ein Unternehmen seine Abläufe effizienter gestaltet — zum Beispiel durch Maschinen, Automatisierung oder bessere Organisation. Für Arbeitnehmer kann das sowohl den Wegfall als auch die Veränderung von Arbeitsplätzen bedeuten.

Definition

Unter Rationalisierung versteht man alle Maßnahmen, mit denen ein Betrieb denselben Ertrag mit weniger Aufwand erzielt — oder mit gleichem Aufwand mehr erreicht. Ziel ist es, Produktivität und Wirtschaftlichkeit zu steigern.

In der betrieblichen Praxis zeigt sich Rationalisierung vor allem auf zwei Wegen: durch die Optimierung von Betriebsabläufen (z. B. schlankere Prozesse, Normung, Spezialisierung) und durch den Ersatz menschlicher Arbeit durch Maschinen — sogenannte Rationalisierungsinvestitionen. Letztere werden vorgenommen, wenn Maschinenkosten geringer sind als Lohnkosten.

Historisch verlief Rationalisierung in mehreren Phasen: Arbeitsteilung und Mechanisierung in den 1920er–1930er Jahren (Taylorismus, Fordismus), zunehmende Automatisierung ab den 1950er Jahren und seit Ende der 1970er Jahre die wachsende Informatisierung der Arbeitswelt.

Die Auswirkungen auf Arbeitnehmer sind vielschichtig. Rationalisierung kann Arbeitsplätze abbauen und den Einfluss von Beschäftigten im Betrieb verringern. Gleichzeitig entstehen durch technischen Fortschritt langfristig auch neue Stellen. Für die Qualifikation der Arbeitnehmer kann Rationalisierung eine Höherqualifikation, eine Minderqualifikation oder eine Andersqualifikation bedeuten — je nach Art der Maßnahme.

Rationalisierung und menschenwürdige Arbeit schließen sich nicht zwingend aus. Gesetzgeber und Tarifvertragsparteien können den Prozess mitgestalten und soziale Ziele einbeziehen.