Ruhestand

In Kürze

Der Ruhestand bezeichnet das Ende der Berufstätigkeit, in der Regel spätestens mit dem 67. Lebensjahr. Er bringt nicht nur finanzielle, sondern auch soziale und psychische Veränderungen mit sich.

Definition

In Deutschland endet die Berufstätigkeit für die meisten Arbeitnehmer spätestens mit dem 67. Lebensjahr. Für vor dem 1. Januar 1949 geborene Arbeitnehmer gilt noch die Altersgrenze von 65 Jahren. Für alle dazwischen Geborenen wurde die Grenze je nach Geburtsdatum schrittweise angehoben.

Der Eintritt in den Ruhestand bedeutet für viele Menschen einen deutlichen Einschnitt in drei Bereichen:

  • Finanziell: Im Durchschnitt sinken die verfügbaren Einnahmen um rund 25 %. Mit steigendem früheren Verdienst wächst die Einkommenslücke. Frauen sind aufgrund niedrigerer Gehälter und kürzerer Berufsjahre häufig stärker betroffen als Männer.
  • Sozial: Kontakte zu Kollegen, Vorgesetzten und Geschäftspartnern fallen weg. Ruheständler müssen neue soziale Bindungen aufbauen oder bestehende intensivieren.
  • Psychisch: Bedürfnisse wie Verantwortung, Selbstbestätigung und Kreativität, die bisher durch die Arbeit erfüllt wurden, müssen nun anderweitig befriedigt werden.

Der Übergang fällt leichter, wenn Flexibilität, soziale Einbindung, ein guter Gesundheitszustand, eine stabile finanzielle Lage und eine positive Grundhaltung vorhanden sind. Auch konkrete Pläne für die Zeit nach der Pensionierung erleichtern den Wechsel erheblich.

Der Psychologe Robert C. Atchley beschrieb 1982 sechs typische Phasen der Anpassung an den Ruhestand:

  • Phase 1: Gleichgültige bis positive Einstellung im mittleren Erwachsenenalter
  • Phase 2: Ängste und Befürchtungen kurz vor der Pensionierung
  • Phase 3: Euphorie und Geschäftigkeit direkt nach dem Berufsaustritt
  • Phase 4: Ernüchterung und Niedergeschlagenheit
  • Phase 5: Neuorientierung
  • Phase 6: Alltag und Routine

Studien zeigen, dass der Ruhestand selbst kaum direkte Auswirkungen auf den Gesundheitszustand hat. Probleme entstehen vor allem dann, wenn der Übergang abrupt und ohne Vorbereitung erfolgt. Eine frühzeitige gedankliche Auseinandersetzung mit dem neuen Lebensabschnitt gilt daher als wichtige Voraussetzung für einen gelungenen Übergang.