Szenariotechnik

In Kürze

Die Szenariotechnik ist eine Planungsmethode, die mögliche zukünftige Entwicklungen eines Unternehmens durchspielt. Im Mittelpunkt steht die Frage: „Was wäre, wenn …?"

Definition

Die Szenariotechnik wurde in den 1960er Jahren entwickelt und hilft Unternehmen dabei, sich auf verschiedene Zukunftssituationen vorzubereiten. Sie wird sowohl für außergewöhnliche Extremsituationen als auch für die normale kurz- und mittelfristige Unternehmensplanung eingesetzt.

In der Praxis werden häufig zwei gegensätzliche Szenarien erarbeitet: das Worst-Case-Szenario (schlimmster Fall) und das Best-Case-Szenario (günstigster Fall). Die tatsächliche Entwicklung liegt meist irgendwo dazwischen. Ziel ist es, das Unternehmen auf möglichst viele denkbare Situationen vorzubereiten und schnell reagieren zu können.

Für die Entwicklung von Szenarien werden häufig Kreativitätstechniken eingesetzt, zum Beispiel:

  • Delphi-Methode: Verschiedene Experten werden befragt und ihr Wissen zusammengeführt.
  • Brainstorming: Ideen zur zukünftigen Entwicklung werden frei und ohne Bewertung gesammelt.
  • Kreative Zielfragen: Bewusst provokative Fragen regen das Denken in ungewöhnlichen Szenarien an.

Die Methode hat klare Vorteile: Auch komplizierte Entwicklungen lassen sich anschaulich darstellen, das Denken in Alternativen wird gefördert und wichtige Einflussfaktoren werden sichtbar. Auch qualitative, also nicht messbare Informationen können einbezogen werden.

Auf der anderen Seite stehen Nachteile: Die Szenariotechnik ist zeitaufwendig und kann kostspielig sein, besonders wenn externe Fachleute eingebunden werden. Außerdem lässt sich kaum sicherstellen, dass wirklich alle relevanten Bedingungen berücksichtigt werden.