In Kürze
Fach- und Führungskräfte tragen nicht nur Verantwortung für ihre Aufgaben, sondern auch gegenüber der gesetzlichen Ordnung und ihrem eigenen Gewissen. Diese drei Ebenen können in Konflikt geraten.
Definition
Wer im Beruf Fach- oder Führungsaufgaben übernimmt, trägt gleichzeitig mehrere Formen von Verantwortung. Diese lassen sich in drei Stufen einteilen:
- Funktionsverantwortung: Verantwortung für die übernommene Aufgabe und deren ordentliche Erfüllung.
- Gemeinwohlverantwortung (Legalität): Verantwortung gegenüber der gesetzlichen Ordnung und der Gesellschaft.
- Gewissensverantwortung (Legitimität): Verantwortung gegenüber den eigenen ethischen Maßstäben und dem persönlichen Gewissen.
In der Praxis können Legalität und Legitimität in Konflikt geraten — also das, was gesetzlich erlaubt ist, und das, was man persönlich für richtig hält. In solchen Situationen muss die Führungskraft eine Entscheidung treffen und deren Konsequenzen tragen. Dieses sogenannte Schuldrisiko lässt sich nicht vollständig vermeiden.
Verantwortungsbewusste Führungskräfte setzen sich deshalb frühzeitig mit möglichen Folgen ihrer Entscheidungen auseinander — bevor Zeitdruck entsteht und schnelles Handeln erzwungen wird.