Verschuldungsgrad

In Kürze

Der Verschuldungsgrad zeigt, wie viel Fremdkapital ein Unternehmen im Verhältnis zu seinem Eigenkapital hat. Je höher dieser Wert, desto abhängiger ist das Unternehmen von Gläubigern — und desto größer ist das Risiko für Arbeitsplätze.

Definition

Der Verschuldungsgrad ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Sie berechnet sich so: Fremdkapital geteilt durch Eigenkapital. Ein Wert von 2:1 gilt in der Praxis als Richtwert — das bedeutet: ein Drittel Eigenkapital, zwei Drittel Fremdkapital.

Ein hoher Verschuldungsgrad bedeutet, dass ein Unternehmen stark auf Kredite angewiesen ist. Das wirkt sich direkt auf die Kreditkonditionen aus: Je höher die Verschuldung, desto teurer werden neue Kredite. Banken nutzen den Verschuldungsgrad als wichtigen Faktor bei der Bewertung (Rating) von Unternehmen.

Für Arbeitnehmer ist diese Kennzahl relevant, weil ein dauerhaft hoher Verschuldungsgrad das Insolvenzrisiko eines Unternehmens erhöht — und damit auch Arbeitsplätze gefährdet. In Deutschland gilt eine zu geringe Eigenkapitalausstattung als ein wesentlicher Grund für Firmeninsolvenzen.

Neben dem einfachen Verschuldungsgrad gibt es den dynamischen Verschuldungsgrad. Er teilt die aktuelle Gesamtverschuldung durch den Cash-Flow des letzten Geschäftsjahres. Das Ergebnis zeigt, in wie vielen Jahren ein Unternehmen seine Schulden allein aus dem laufenden Geschäftsbetrieb tilgen könnte. Als guter Richtwert gilt ein Zeitraum von etwa 3,5 Jahren oder weniger.

Wichtig: Der Verschuldungsgrad sollte nie allein betrachtet werden. Er muss immer zusammen mit der Ertragslage des Unternehmens bewertet werden. Ein hoher Verschuldungsgrad kann in wirtschaftlich guten Zeiten durch den sogenannten Leverage-Effekt sogar die Eigenkapitalrendite steigern — in schlechten Zeiten kehrt sich dieser Effekt jedoch um und kann schnell zur Krise führen.