Warenwirtschaftssystem (WWS)

In Kürze

Ein Warenwirtschaftssystem (WWS) ist eine Software, die in Handelsunternehmen alle Warenbewegungen nach Menge und Wert steuert und verwaltet. Es unterstützt Bereiche wie Einkauf, Lager, Verkauf und Buchhaltung.

Definition

Mit dem Begriff Warenwirtschaft werden alle Tätigkeiten zusammengefasst, die in einem Handelsunternehmen den Warendurchfluss wirtschaftlich steuern. Ein Warenwirtschaftssystem übernimmt diese Steuerung digital – von der Bestellung über die Lagerung bis zum Versand.

Die Hauptaufgaben eines solchen Systems sind die optimale Steuerung des Warenflusses sowie die rechtzeitige Bereitstellung aller waren- und kundenbezogenen Daten. Ergänzend kümmert es sich um Rechnungslegung, Inventur und Betriebsstatistik.

Folgende Unternehmensbereiche sind typischerweise eingebunden:

  • Einkauf: Bestellwesen, Warendisposition, Angebotsverwaltung
  • Lagerwirtschaft: Lagerbestandsführung, Inventur, Ermittlung von Mindest- und Höchstbeständen
  • Verkauf: Kundendatenmanagement, Erstellung von Lieferscheinen und Rechnungen, Retourenbearbeitung
  • Buchhaltung: Überwachung des Zahlungsverkehrs mit Kunden und Lieferanten

Man unterscheidet drei Arten von Warenwirtschaftssystemen:

  • Geschlossenes WWS: enthält alle wesentlichen Module, z. B. Wareneingang, Warenausgang, Lagerdisposition, Bestellwesen, Marketing und Managementinformation
  • Offenes WWS: enthält nicht alle dieser Module
  • Integriertes WWS: umfasst alle Module eines geschlossenen Systems und verfügt zusätzlich über Schnittstellen nach außen – etwa zu Kreditinstituten, Lieferanten oder Kunden

Vom verwandten Begriff ERP-System (Enterprise Resource Planning) unterscheidet sich das WWS dadurch, dass ERP-Systeme zusätzlich Funktionen in den Bereichen Controlling und Materialwirtschaft enthalten. Die Grenze zwischen beiden Systemen ist jedoch nicht eindeutig definiert.