Anreiz - Anreizsysteme

In Kürze

Ein betriebliches Anreizsystem umfasst alle materiellen und immateriellen Leistungen, die ein Unternehmen seinen Beschäftigten gewährt, um sie zu motivieren und ihr Verhalten an den Unternehmenszielen auszurichten. Es geht dabei nicht nur um Geld – auch Weiterbildung, Verantwortung oder flexible Arbeitszeiten zählen dazu.

Definition

Ein Anreiz ist eine Leistung, die ein Unternehmen einem Beschäftigten als Gegenleistung für seine Arbeit bietet. Damit ein Anreiz wirkt, muss er für den Empfänger einen persönlichen Nutzen oder Wert haben – also ein Bedürfnis befriedigen.

Ein Anreizsystem ist die bewusst gestaltete Gesamtheit aller solcher Anreize im Betrieb. Es verfolgt zwei Hauptziele: die Motivation der Beschäftigten zu steigern und ihr Verhalten zu steuern, sodass es mit den Zielen des Unternehmens übereinstimmt. Wichtig ist dabei auch, bestehender Demotivation aktiv entgegenzuwirken.

Anreizsysteme lassen sich in zwei Bereiche unterteilen:

  • Monetäre Anreize: Dazu gehören Grundgehalt, leistungsabhängige Vergütung, Erfolgsbeteiligungen und Zusatzleistungen.
  • Nicht-monetäre Anreize: Dazu zählen flexible Arbeitszeiten, Weiterbildungsmöglichkeiten, Aufstiegschancen, Verantwortungsübertragung, Arbeitsplatzsicherheit und Statussymbole.

Damit eine Vergütung als gerecht empfunden wird, sollte sie vier Kriterien erfüllen: Anforderungsgerechtigkeit (höhere Belastung = höhere Vergütung), Leistungsgerechtigkeit (überdurchschnittliche Leistung wird besser entlohnt), Sozialgerechtigkeit (gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens) und Marktgerechtigkeit (Vergütung entspricht dem Wert der Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt).

Ein gut gestaltetes Anreizsystem berücksichtigt nicht nur individuelle Leistungen, sondern auch Teamleistungen. Rein individuelle Leistungsanreize können Zusammenarbeit erschweren und sind daher allein nicht ausreichend.