Arbeitswissenschaft

In Kürze

Die Arbeitswissenschaft untersucht menschliche Arbeit in all ihren Formen und will Arbeitsbedingungen so gestalten, dass sie dem Menschen gerecht werden.

Definition

Die Arbeitswissenschaft analysiert und gestaltet Arbeitssysteme. Im Mittelpunkt steht der arbeitende Mensch — mit seinen individuellen und sozialen Beziehungen zu Technik, Betriebsmitteln und Arbeitsgeräten.

Sie untersucht drei Kernbereiche:

  • Voraussetzungen und Bedingungen, unter denen Arbeit stattfindet
  • Wirkungen der Arbeit auf Gesundheit, Verhalten und Leistungsfähigkeit der Menschen
  • Möglichkeiten zur menschengerechten Gestaltung von Arbeit — auch bekannt als Humanisierung der Arbeit

Da diese Fragen sehr vielschichtig sind, arbeitet die Arbeitswissenschaft fächerübergreifend. Zu den beteiligten Wissenschaftsbereichen gehören:

  • Arbeitsmedizin und Arbeitspsychologie (medizinische und psychologische Aspekte der Arbeit)
  • Sozialwissenschaften (z. B. Industriesoziologie, Organisationspsychologie)
  • Pädagogik (z. B. Personalentwicklung)
  • Wirtschaftswissenschaften (z. B. Betriebswirtschaft, Personalmanagement)
  • Technische Wissenschaften (z. B. Arbeitssicherheit)
  • Rechtswissenschaften (z. B. Arbeitsrecht)

Historisch geht die Arbeitswissenschaft auf Arbeits- und Bewegungsstudien um 1900 zurück. Damals erkannte man, dass nicht nur technische Abläufe, sondern auch soziale Beziehungen die Leistung von Arbeitnehmern stark beeinflussen.