Arbeitszeitkonten

In Kürze

Ein Arbeitszeitkonto erfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit eines Arbeitnehmers und vergleicht sie mit der vertraglich vereinbarten Soll-Zeit. So werden Mehr- und Minderstunden sichtbar und können ausgeglichen werden.

Definition

Ein Arbeitszeitkonto ist ein Instrument zur Erfassung und Steuerung von Arbeitszeiten. Es dokumentiert — schriftlich oder elektronisch — alle geleisteten Stunden einschließlich Urlaub, Krankheit und Überstunden.

Im Konto werden zwei Werte gegenübergestellt: die Soll-Zeit (vertraglich oder tariflich vereinbarte Arbeitszeit) und die Ist-Zeit (tatsächlich geleistete Arbeitszeit). Am Ende eines Abrechnungszeitraums ergibt sich ein Saldo — entweder ein Guthaben oder ein Defizit.

Konten können als Zeitkonten (Stunden) oder als Geldkonten (umgerechnete Geldbeträge) geführt werden. Zeitguthaben oder -defizite werden auf den nächsten Abrechnungszeitraum übertragen.

Arbeitszeitkonten kommen vor allem dort zum Einsatz, wo Arbeitszeiten unregelmäßig sind — etwa bei Schichtarbeit, Gleitzeit oder saisonalen Schwankungen. Längerfristige Varianten sind das Langzeitkonto und das Lebensarbeitszeitkonto.

Jedes Arbeitszeitkonto-Modell basiert auf drei Grunddaten:

  • Schwankungsbreite: legt die täglichen oder wöchentlichen Mindest- und Höchstarbeitszeiten fest — unter Beachtung des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG)
  • Ausgleichszeitraum: der Zeitraum, in dem Guthaben und Defizite ausgeglichen werden müssen; in der Praxis meist ein Jahr (sogenannter Jahresarbeitszeitvertrag)
  • Höchstgrenzen für Zeitsalden: legen fest, wie viele Plus- oder Minusstunden maximal angesammelt werden dürfen

Die genaue Ausgestaltung eines Arbeitszeitkonto-Modells wird im Betrieb als Betriebsvereinbarung festgelegt. Gibt es einen Betriebsrat, ist dessen Zustimmung erforderlich.