In Kürze
Die Balanced Scorecard ist ein Steuerungsinstrument für Unternehmen. Es übersetzt eine Unternehmensstrategie in messbare Kennzahlen – und zwar nicht nur aus dem Finanzbereich, sondern auch aus den Bereichen Kunden, Prozesse und Mitarbeiter.
Definition
Der Begriff „Balanced Scorecard" lässt sich als „ausgewogener Berichtsbogen" übersetzen. Die Methode wurde Ende der 1990er Jahre in den USA entwickelt und hat sich seitdem in vielen Unternehmen etabliert.
Klassische Unternehmenssteuerung konzentrierte sich lange fast ausschließlich auf Finanzkennzahlen wie Umsatz, Kosten und Gewinn. Die Balanced Scorecard ergänzt diese um weitere Faktoren, die ebenfalls entscheidend für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens sind.
Das Instrument betrachtet das Unternehmen aus vier Perspektiven, die miteinander vernetzt sind:
- Finanzperspektive: klassische Kennzahlen wie Gewinn, Rendite, Cashflow und Liquidität
- Kundenperspektive: Kundenzufriedenheit, Kundenbindung, Neukundengewinnung
- Interne Prozessperspektive: Ablauf interner Vorgänge wie Reklamationsbearbeitung, Bestellwesen oder Rechnungsstellung
- Lern- und Entwicklungsperspektive: Aus- und Weiterbildung, Motivation, Betriebsklima und Vergütung der Mitarbeiter
Aus diesen Perspektiven werden konkrete Zielvereinbarungen für alle Unternehmensebenen und Führungskräfte abgeleitet. Damit schafft die Balanced Scorecard mehr Transparenz darüber, welche Ziele verfolgt werden – auch für die Mitarbeiter.
Voraussetzung für die Einführung ist ein schriftlich festgehaltenes Unternehmensleitbild. Außerdem muss die Geschäftsleitung das Konzept aktiv unterstützen und die Balanced Scorecard als dauerhaften, sich weiterentwickelnden Prozess verstehen.
Während das Instrument anfangs vor allem in Großunternehmen eingesetzt wurde, nutzen es heute auch viele mittlere Unternehmen. Für kleinere Betriebe ist der Einsatz aufgrund des Zeit- und Kostenaufwands oft nur eingeschränkt möglich.