Betr. Gesundheitsförderung - Krankenrückkehrgspr.

In Kürze

Ein Krankenrückkehrgespräch ist ein Gespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter nach einer Krankheitsabwesenheit. Ziel ist es, mögliche Ursachen der Erkrankung zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Definition

Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements nutzen Unternehmen Krankenrückkehrgespräche, um herauszufinden, welche Umstände zur Erkrankung eines Mitarbeiters geführt haben. Da Betroffene selbst am besten über ihre Situation Bescheid wissen, kann dieses Gespräch wertvolle Hinweise auf krankmachende Faktoren im Betrieb liefern.

Wichtig: Solche Gespräche funktionieren nur in einer Atmosphäre des Vertrauens. Werden sie als Druckmittel eingesetzt, können sie laut Forschungsergebnissen zu erheblicher psychischer Belastung führen und erneute – oft längere – Krankheitszeiten auslösen.

Damit Krankenrückkehrgespräche sinnvoll sind, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Schulung der Führungskräfte – Vorgesetzte brauchen Sensibilität und Vorbereitung für diese Gespräche.
  • Strukturierte Checkliste – So werden alle relevanten Themen angesprochen und die Gespräche bleiben vergleichbar.
  • Mitbestimmung des Betriebsrats – Die Einführung solcher Gespräche ist mitbestimmungspflichtig; sie sollte idealerweise in einer Betriebsvereinbarung geregelt werden.
  • Datenschutz bei virtuellen Gesprächen – Finden Gespräche online statt, sind gesicherte Übertragungswege Pflicht.

Eine besondere gesetzlich vorgesehene Form des Krankenrückkehrgesprächs gibt es im betrieblichen Wiedereingliederungsmanagement (BEM). Auch dort geht es darum, krankmachende Faktoren zu erkennen und dem Arbeitnehmer Wege zurück in den Arbeitsalltag aufzuzeigen.

Darüber hinaus kann das Gespräch Teil des sogenannten Re-Boardings sein – also der gezielten Wiedereingliederung nach längerer Abwesenheit. Das hilft Mitarbeitern, schnell wieder in ihre Aufgaben hineinzufinden, und verringert gleichzeitig psychische Belastung durch Wissenslücken oder veränderte Abläufe.