Betr. Gesundheitsförderung - Krankenstand

In Kürze

Der Krankenstand gibt an, wie viel Prozent der Arbeitstage durch Krankheit ausfallen. Er wird monatlich auf Basis der Meldungen aller gesetzlichen Krankenkassen ermittelt.

Definition

Der Krankenstand ist eine Kennzahl, die den prozentualen Anteil der krankheitsbedingten Fehltage an allen möglichen Arbeitstagen beschreibt. Das Bundesministerium für Gesundheit erhebt diese Zahl monatlich anhand der Statistiken der gesetzlichen Krankenkassen (sogenannte KM1-Statistik).

Diese offizielle Statistik ist stichtagsbezogen — sie erfasst, wie viele Versicherte am ersten eines Monats arbeitsunfähig gemeldet sind. Andere Auswertungen einzelner Krankenkassen zählen alle Kalendertage eines Monats und können daher abweichende Werte liefern.

Wichtig beim Vergleich: In der Kassenstatistik sind nur Arbeitsunfähigkeiten enthalten, für die eine ärztliche Bescheinigung vorliegt. Kurze Erkrankungen bis zu drei Tagen ohne Attest werden dort nicht gezählt. Wer den betrieblichen Krankenstand mit dem Bundesdurchschnitt vergleichen möchte, muss die eigene Statistik entsprechend anpassen.

Der Krankenstand kann je nach Branche deutlich unterschiedlich ausfallen. Auch zwischen einzelnen Kassenarten gibt es spürbare Unterschiede — etwa zwischen Innungskrankenkassen und Ersatzkassen.

Seit dem Tiefstand im Jahr 2007 ist der Krankenstand insgesamt gestiegen. Die Jahre 2022 und 2023 markierten Rekordwerte. Als Ursachen werden unter anderem häufige Atemwegsinfektionen, eine geringere Grundimmunisierung nach der Corona-Pandemie, die Zunahme psychischer Erkrankungen sowie eine sensibilisierte Haltung gegenüber dem Arbeiten mit Krankheitssymptomen genannt. Im Jahr 2024 lag der Jahresdurchschnitt etwas unter dem Vorjahr, aber weiterhin auf hohem Niveau.