In Kürze
Beurteilungssysteme sind Verfahren, mit denen Arbeitgeber die Leistung und das Verhalten von Arbeitnehmern einschätzen und bewerten. Sie sind ein wichtiges Führungsinstrument – aber nie vollständig objektiv.
Definition
Eine Beurteilung versucht, Leistungen oder Ergebnisse messbar zu machen und daraus Schlüsse zu ziehen. Da Menschen andere Menschen beurteilen, spielen dabei immer subjektive Eindrücke, Erfahrungen und Gefühle eine Rolle – auch wenn viele Systeme Objektivität beanspruchen.
Typische Beurteilungsfehler entstehen zum Beispiel durch einen falschen ersten Eindruck, durch die Übergewichtung aktueller Ereignisse oder dadurch, dass Vorgesetzte zu stark am bisherigen Leistungsprofil eines Mitarbeiters festhalten.
Gegenstand der Bewertung sind in der Regel zwei Bereiche:
- Leistung: Zielerreichung sowie Qualität und Menge der erbrachten Arbeit
- Verhalten und Kompetenzen: z. B. Einstellung zur Arbeit, Fachkompetenz, Teamfähigkeit und methodische Fähigkeiten
Es gibt verschiedene Arten von Beurteilungen:
- Freie Beurteilungen: Der Beurteiler wählt Kriterien und Gewichtung selbst – dazu zählt auch das Arbeitszeugnis.
- Standardisierte Beurteilungsbögen: Vorab festgelegte Kriterien werden nach einheitlichen Maßstäben bewertet, z. B. mit Schulnoten.
- Zielvereinbarungen: Bewertet wird ausschließlich, ob vereinbarte Ziele erreicht wurden – nicht der Weg dorthin.
Eine sorgfältige Beurteilung läuft in drei Phasen ab: Zunächst beobachtet und dokumentiert die Führungskraft relevante Leistungen. Dann bewertet sie diese im Gesamtzusammenhang. Abschließend werden die Ergebnisse in einem Beurteilungsgespräch gemeinsam besprochen – das fördert Verständnis und den offenen Austausch über Erwartungen und Anforderungen.