In Kürze
Datensicherung bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen Unternehmen ihre digitalen Daten auf ein anderes Speichermedium oder System kopieren — um sie bei Verlust wiederherstellen zu können.
Definition
In der betrieblichen Datenverarbeitung umfasst die Datensicherung alle technischen und organisatorischen Schritte, die Daten von einem Computer auf ein anderes Speichermedium oder ein anderes System übertragen. Die so erstellte Kopie nennt man Sicherungskopie (englisch: Backup).
Datenverlust kann durch viele Ursachen entstehen: Hardware-Schäden, Naturkatastrophen, Diebstahl, versehentliches Löschen, Schadsoftware wie Viren oder Trojaner sowie logische Fehler in Daten oder Software. Ein vollständiger Datenverlust kann die Existenz eines Unternehmens gefährden.
Die Wiederherstellung der Originaldaten aus einer Sicherungskopie heißt Datenwiederherstellung oder Datenrücksicherung (englisch: Restore).
Gesetzliche Pflicht
Unternehmen sind zur Datensicherung verpflichtet. Die Grundlage bilden die Vorschriften zur ordnungsgemäßen und revisionssicheren Buchführung nach dem Handelsgesetzbuch (HGB). Ergänzend gelten die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) des Bundesfinanzministeriums für die Archivierung digitaler Daten.
Sicherungsarten im Überblick
Je nach Bedarf und Datenmenge kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz:
- Vollsicherung: Alle Daten werden bei jedem Durchgang vollständig gesichert — zuverlässig, aber zeit- und speicherintensiv.
- Abbildsicherung (Image-Sicherung): Ein 1:1-Abbild aller Datenträger wird erstellt, inklusive Betriebssystem und Programmen. Bei einem Totalausfall lässt sich der gesamte Zustand wiederherstellen.
- Differenzielle Sicherung: Nach einer Vollsicherung werden nur die Daten gesichert, die sich seit der letzten Vollsicherung geändert haben. Spart Zeit und Speicherplatz.
- Inkrementelle Sicherung: Nach einer Vollsicherung werden jeweils nur die Änderungen seit der letzten inkrementellen Sicherung gespeichert. Sehr platzsparend, aber die Wiederherstellung ist aufwendiger.
- Großvater-Vater-Sohn-Sicherung: Drei aufeinander aufbauende Sicherungsgenerationen laufen fortlaufend. So bleibt auch bei Beschädigung der neuesten Sicherung ein älterer Datenstand erhalten.
Aufbewahrung und Dokumentation
Mindestens eine Sicherungskopie sollte räumlich getrennt von der eigentlichen EDV-Anlage aufbewahrt werden — zum Beispiel in einem gesicherten Raum, einem Datensafe oder über ein Online-Backup in einem externen Rechenzentrum. Bei Online-Backups ist auf eine verschlüsselte Datenübertragung zu achten.
Zur Datensicherung gehört außerdem eine ausführliche Dokumentation: Sie beschreibt den Ablauf der Sicherung, die Zuständigkeiten, die eingesetzten Verfahren sowie einen Wiederherstellungsplan für den Ernstfall.