In Kürze
Fertigungsverfahren beschreiben, wie ein Unternehmen seinen Produktionsablauf organisiert. Je nach Verfahren werden Arbeitsplätze und Maschinen unterschiedlich angeordnet und eingesetzt.
Definition
Unter Fertigungsverfahren versteht man die verschiedenen Möglichkeiten, wie ein Betrieb seinen Produktionsprozess organisatorisch gestaltet. Dabei wird festgelegt, wie Arbeitsplätze und Produktionsmittel räumlich angeordnet und auf den Fertigungsablauf abgestimmt werden.
Es gibt drei wesentliche Fertigungsverfahren:
- Fließfertigung (Reihenfertigung): Jedes Produkt durchläuft eine feste Fertigungsstraße in einer vorgegebenen Reihenfolge. Der Mensch übernimmt vor allem Überwachungsaufgaben. Dieses Verfahren bietet kurze Durchlaufzeiten und hohe Produktivität, belastet Mitarbeiter aber körperlich und psychisch stark und reagiert wenig flexibel auf Nachfrageschwankungen.
- Werkstattfertigung: Das Werkstück wandert durch verschiedene Bearbeitungsstufen, in denen jeweils gleichartige Tätigkeiten ausgeführt werden. Dieses Verfahren ist flexibler und weniger eintönig für Beschäftigte, verursacht jedoch längere Transportwege und unvermeidliche Wartezeiten.
- Gruppenfertigung: Eine Kombination aus beiden Verfahren. Produktionsmittel werden in Gruppen zusammengefasst, innerhalb derer das Fließprinzip gilt. So sollen die Vorteile beider Verfahren genutzt werden – allerdings auf Kosten einer gewissen Anpassungsfähigkeit bei Schwankungen.
Die Wahl des Fertigungsverfahrens beeinflusst direkt die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten: Sie bestimmt, wie abwechslungsreich oder eintönig die Arbeit ist, wie hoch die körperliche Belastung ausfällt und wie flexibel auf Veränderungen reagiert werden kann.