In Kürze
Forschungs- und Entwicklungskosten entstehen, wenn Unternehmen neue Produkte entwickeln oder bestehende Produkte verbessern. Sie fallen meist über einen längeren Zeitraum an und sind mit einem hohen wirtschaftlichen Risiko verbunden.
Definition
Viele Produktionsunternehmen investieren erhebliche Mittel in Forschung und Entwicklung (F&E), um neue Produkte zur Marktreife zu bringen oder bestehende Produkte weiterzuentwickeln. Dieser Aufwand erstreckt sich oft über mehrere Geschäftsjahre und birgt das Risiko, dass die entwickelten Produkte am Markt nicht erfolgreich werden.
Forschungskosten entstehen bei der Grundlagenforschung oder angewandten Forschung — also bei der systematischen Suche nach neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen. Entwicklungskosten fallen dagegen an, wenn die gewonnenen Erkenntnisse in marktfähige Produkte umgesetzt werden, bis die eigentliche Fertigung beginnt.
Für die buchhalterische Behandlung gilt ein wichtiger Unterschied: Ausgaben der Forschungsphase gelten als Aufwand und dürfen nicht als Vermögenswert in der Bilanz aktiviert werden. Kosten der Entwicklungsphase hingegen können unter bestimmten Voraussetzungen aktiviert werden, wenn dabei immaterielle Wirtschaftsgüter im Unternehmen entstehen.
In der Kostenrechnung werden F&E-Kosten möglichst direkt den verursachenden Produkten zugerechnet — als sogenannte Sondereinzelkosten der Fertigung. Dafür kann Forschung und Entwicklung im Unternehmen als eigene Kostenstelle (Haupt- oder Hilfskostenstelle) geführt werden. Die Verrechnung auf die einzelnen Produkte erfolgt in der Praxis häufig über Stunden-Verrechnungssätze.