Führungsstil - bürokratisch

In Kürze

Beim bürokratischen Führungsstil übernehmen nicht einzelne Persönlichkeiten die Führung, sondern feste Regeln, Hierarchien und schriftliche Vorschriften bestimmen den Arbeitsalltag.

Definition

Der bürokratische Führungsstil verteilt die Führungsverantwortung auf mehrere Personen und verschiedene Hierarchieebenen. Die Führungsrolle ist nicht dauerhaft an eine bestimmte Person gebunden, sondern wird auf Zeit vergeben und kann jederzeit auf jemand anderen übertragen werden.

Grundlage dieses Führungsstils ist ein schriftlich festgelegtes Regelwerk. Typisch sind ausführliche Stellenbeschreibungen, detaillierte Richtlinien und Dienstanweisungen, die genau vorgeben, wie Aufgaben zu erledigen sind und wer welche Befugnisse hat.

Mitarbeiter arbeiten ausschließlich in ihrem zugewiesenen Bereich und erhalten Anweisungen von der jeweils übergeordneten Hierarchiestufe. Teamarbeit ist in der Regel nicht vorgesehen. Der sogenannte Dienstweg — also die Einhaltung der vorgeschriebenen Instanzen — ist verbindlich.

Vorteile für Arbeitnehmer:

  • Sachliche Kriterien stehen im Vordergrund, persönliche Sympathien spielen eine geringere Rolle
  • Führung ist personenunabhängig — kein Mitarbeiter ist einer einzelnen Person ausgeliefert
  • Vorgesetzte sind austauschbar, häufige Wechsel sind üblich
  • Weniger Ungerechtigkeiten durch persönliche Zu- oder Abneigung

Nachteile für Arbeitnehmer:

  • Starre Vorschriften schränken Eigeninitiative und Selbstständigkeit stark ein
  • Arbeitsflexibilität und Effizienz leiden unter detaillierten Regelungen
  • Die Motivation der Mitarbeiter ist häufig gering
  • Schnelle Reaktionen oder Veränderungen sind durch die starren Strukturen kaum möglich
  • Übertriebener Formalismus prägt den Arbeitsalltag