Kennzahlensystem

In Kürze

Ein Kennzahlensystem fasst mehrere betriebliche Einzelkennzahlen zu einem zusammenhängenden System zusammen. Es hilft Unternehmen, ihre wirtschaftliche Lage zu beurteilen und gezielt zu steuern.

Definition

Ein Kennzahlensystem besteht aus verschiedenen Einzelkennzahlen, die für sich allein nur begrenzt aussagekräftig sind. Erst in ihrer Kombination und in ihrem gegenseitigen Zusammenhang liefern sie ein vollständiges Bild der Unternehmenssituation.

Unternehmen nutzen Kennzahlensysteme vor allem für drei Zwecke: um schnell verdichtete Informationen zu erhalten, um Planung und Controlling zu unterstützen und um zukünftige Entwicklungen abzuschätzen. Besonders aussagekräftig sind sie im Zeitvergleich über mehrere Jahre – als ausreichende Grundlage gelten etwa 3 bis 4 Jahre.

Typische Bereiche, die ein Kennzahlensystem abdeckt, sind:

  • Liquidität – kann das Unternehmen seine Zahlungsverpflichtungen erfüllen?
  • Produktivität – wie effizient wird gearbeitet?
  • Rentabilität – wie ertragreich ist das eingesetzte Kapital?
  • Wirtschaftlichkeit – stehen Aufwand und Ertrag in einem guten Verhältnis?

Damit ein Kennzahlensystem verlässlich funktioniert, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein: Die Daten sollten möglichst aktuell sein, die Berechnungsmethode muss gleichbleibend angewendet werden, und die Kennzahlen müssen klar definiert sein. Außerdem gilt das Prinzip: Nur die Kennzahlen erheben, die tatsächlich gebraucht werden – um unnötigen Aufwand zu vermeiden.

Die Erstellung und Pflege eines Kennzahlensystems kann je nach Umfang aufwendig sein. Deshalb empfiehlt sich eine möglichst automatisierte Datenerfassung mit wenig manuellem Aufwand.