Leistungsbereitschaft

In Kürze

Die Leistungsbereitschaft beschreibt, wie viel von seiner persönlichen Leistungsfähigkeit ein Mitarbeiter in einer bestimmten Arbeitssituation tatsächlich abruft. Sie schwankt im Tagesverlauf und wird von körperlichen, psychischen und äußeren Einflüssen geprägt.

Definition

Leistungsbereitschaft setzt sich aus psychischen und physischen Anteilen zusammen. Auf der psychischen Seite spielen vor allem der Wille und der körperliche Aktivierungszustand eine Rolle: Befindet sich der Körper in Ruhe (trofotrop) oder in einem aktiven Leistungszustand (ergotrop)?

Typischer Tagesverlauf der Leistungskurve:

  • Leistungshoch am Vormittag – etwa zwischen 9 und 11 Uhr, der stärkste Wert des gesamten Tages
  • Nachmittagstief – ungefähr zwischen 14 und 16 Uhr
  • Zwischenhoch am frühen Abend – zwischen 18 und 20 Uhr
  • Absolutes Tief in der Nacht – gegen 4 Uhr morgens

Dieser Verlauf ist individuell verschieden. Bei Schichtarbeit, besonders in der Nachtschicht, stimmt die Arbeitszeit nicht mit der natürlichen Leistungskurve überein — dauerhaft optimale Leistung ist daher kaum erreichbar.

Auch äußere Einflüsse wirken auf die Leistungsbereitschaft ein, zum Beispiel Lärm, Erschütterungen, schlechte Lichtverhältnisse oder ungünstige klimatische Bedingungen.

Arbeitgeber können der Ermüdung entgegenwirken, indem sie Mitarbeiter weder über- noch unterfordern und sinnvolle Pausen einplanen. Dabei gilt:

  • Kurzpausen (1–8 Minuten) sind besonders erholsam — kurze, häufige Pausen wirken besser als lange, seltene
  • Mit zunehmender Arbeitszeit sollten Anzahl und Länge der Pausen steigen
  • Pausen sollten nicht in Leistungshochphasen gelegt werden
  • Pausen dürfen ausschließlich der Erholung dienen — keine Arbeitsaufgaben in dieser Zeit