Leverage-Effekt

In Kürze

Der Leverage-Effekt beschreibt, wie die Verschuldung eines Unternehmens die Rendite des eingesetzten Eigenkapitals beeinflusst. Je höher der Fremdkapitalanteil, desto stärker kann die Eigenkapitalrendite steigen – aber auch fallen.

Definition

Das Wort „Leverage" kommt aus dem Englischen und bedeutet Hebel. Beim Leverage-Effekt wirkt die Verschuldung wie ein Hebel auf die Eigenkapitalrendite eines Unternehmens: Sie verändert sowohl deren Höhe als auch deren Schwankungsbreite.

Der Effekt tritt auf, wenn die Gesamtkapitalrendite (also der Ertrag aus dem gesamten eingesetzten Kapital) höher ist als der Fremdkapitalzinssatz. In diesem Fall steigt die Eigenkapitalrendite mit zunehmendem Verschuldungsgrad – das heißt, je mehr Fremdkapital im Verhältnis zum Eigenkapital eingesetzt wird, desto höher fällt die Rendite auf das eigene Kapital aus.

Die zugrunde liegende Formel lautet:
Eigenkapitalrendite = Gesamtkapitalrendite + Verschuldungsgrad × (Gesamtkapitalrendite − Fremdkapitalzinssatz)

Beträgt zum Beispiel die Gesamtkapitalrendite 10 % und der Fremdkapitalzinssatz 8 %, ergibt sich bei einem Verschuldungsgrad von 1,5 eine Eigenkapitalrendite von 13 %. Steigt der Verschuldungsgrad auf 4,0, erhöht sich die Eigenkapitalrendite auf 18 %.

Dieser Hebel wirkt jedoch in beide Richtungen: In wirtschaftlich schwachen Zeiten oder bei steigenden Zinsen kehrt sich der Effekt um. Eine hohe Verschuldung kann dann schnell zu einer kritischen Lage für das Unternehmen führen.

Ziel eines Unternehmens sollte daher ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sicherheit, Liquidität und Rentabilität sein – auch bekannt als das sogenannte Magische Dreieck.