In Kürze
Ein Management Audit ist ein strukturiertes Verfahren, bei dem die Fähigkeiten und das Potenzial von Führungskräften systematisch analysiert und bewertet werden. Es kommt vor allem auf der oberen und mittleren Führungsebene zum Einsatz.
Definition
Beim Management Audit untersucht ein Unternehmen gezielt, ob seine Führungskräfte — etwa Vorstand, Geschäftsführung oder das mittlere Management — ihren Aufgaben gewachsen sind und zukünftige Herausforderungen bewältigen können.
Typische Anlässe für ein solches Verfahren sind:
- Sinkende Marktanteile oder Unternehmensergebnisse
- Investitionen in neue Geschäftsfelder
- Restrukturierungen, z. B. nach einer Unternehmensübernahme oder bei Schließung von Niederlassungen
- Strategische Neuausrichtung des Unternehmens
- Nachfolgeentscheidungen in der Unternehmensführung
Das Verfahren setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen: mehrstündige Einzelgespräche, Fallstudien, Gruppenrunden, Analysen von Unternehmensbereichen sowie Befragungen von Vorgesetzten, Kollegen, Mitarbeitern oder Kunden.
Im Mittelpunkt der Einzelgespräche stehen Fragen wie: Kann die Führungskraft Veränderungen steuern? Wie ausgeprägt sind Kommunikationsfähigkeit, Durchsetzungsvermögen und Loyalität zum Unternehmen?
Auf der oberen Führungsebene wird das Management Audit in der Regel von externen Fachleuten durchgeführt. Im mittleren Management können auch interne Fachkräfte eingesetzt werden. Am Ende steht ein schriftlicher Bericht mit Empfehlungen, der als Grundlage für personelle oder organisatorische Entscheidungen dient.
Im Vergleich zum Assessment Center wird das Management Audit von Führungskräften häufig besser akzeptiert, weil es auf Einzelgesprächen basiert. Allerdings gelten direkte Verhaltensbeobachtungen — wie sie im Assessment Center stattfinden — als aussagekräftiger als reine Interview-Antworten.