In Kürze
Management by Exception (MbE) ist ein Führungskonzept, bei dem Mitarbeiter ihre Aufgaben selbstständig erledigen und Vorgesetzte nur dann eingreifen, wenn eine klar definierte Ausnahmesituation vorliegt.
Definition
Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet auf Deutsch „Führung nach dem Prinzip der Ausnahme". Im Mittelpunkt steht die Frage: Wer trifft welche Entscheidung?
Im Normalfall übernehmen Mitarbeiter ihre Aufgaben eigenverantwortlich und treffen die dafür nötigen Entscheidungen selbst. Der Vorgesetzte darf in diesen Bereich grundsätzlich nicht eingreifen. Erst wenn eine Situation den festgelegten Ermessensspielraum des Mitarbeiters überschreitet – zum Beispiel bei einem ungewöhnlich hohen Auftragswert – ist der Mitarbeiter verpflichtet, die Ausnahme zu melden. Die Entscheidung trifft dann die übergeordnete Führungskraft.
Damit dieses Prinzip funktioniert, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:
- Klare Aufgabengebiete: Jeder Mitarbeiter weiß genau, wofür er zuständig ist.
- Übertragene Entscheidungskompetenz: Mitarbeiter dürfen im Normalbereich eigenständig entscheiden.
- Definierte Ausnahmesituationen: Es ist schriftlich festgelegt, wann eine Situation als Ausnahme gilt und wem sie gemeldet werden muss.
- Zielvorgaben: Mitarbeiter erhalten klare Sollwerte, an denen sie ihre Arbeit ausrichten können.
- Soll-Ist-Vergleiche: Regelmäßige Kontrollen helfen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
Das Konzept bringt Vorteile für beide Seiten: Führungskräfte werden von Routineentscheidungen entlastet und können sich auf wirklich wichtige Aufgaben konzentrieren. Mitarbeiter arbeiten selbstständig, tragen Verantwortung und sind gleichzeitig vor Überforderung geschützt, weil schwierige Ausnahmefälle an die übergeordnete Stelle weitergegeben werden.
Es gibt jedoch auch Risiken: Da Vorgesetzte meist nur über Probleme informiert werden, können Erfolge im Alltag leicht übersehen werden. Das kann die Motivation der Mitarbeiter beeinträchtigen. Deshalb ist es wichtig, dass Führungskräfte Leistungen im Normalbereich aktiv anerkennen – etwa im regelmäßigen Mitarbeitergespräch.